Epilepsie gut behandeln UCB

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Operative Therapie bei Epilepsie

Epilepsie-Patienten können ihre Erkrankung mit der Einnahme von Medikamenten in vielen Fällen bereits zufriedenstellend behandeln. Dazu hat die Entwicklung neuer Medikamente in den letzten Jahren entscheidend beigetragen.

Reicht eine medikamentöse Therapie allein nicht aus oder beeinträchtigen die eingenommenen Arzneimittel stark die Lebensqualität des Patienten, ist in einigen Fällen eine Operation (Epilepsiechirurgie) sinnvoll. Eine ausführliche Abklärung der Möglichkeiten und intensive Beratung erfolgt in spezialisierten Epilepsiezentren.

Bedingungen für die Epilepsie-Chirurgie

Grundsätzlich sollte eine epilepsiechirurgische Therapie erwogen werden, wenn bei einem Patienten eine sogenannte Pharmakoresistenz vorliegt. Dies ist der Fall, wenn sich die epileptischen Anfälle nicht durch mindestens zwei geeignete, ausreichend hoch und lange dosierte Arzneimittel nacheinander oder in Kombinationstherapie kontrollieren lassen.

Eine Epilepsie-Chirurgie ist nur bei einem kleinen Teil der Patienten möglich, bei denen eine Pharmakoresistenz vorliegt. Die Anfälle müssen hierfür von einem möglichst kleinen Bereich des Gehirns ausgehen, der genau definiert und entfernt werden kann, ohne dabei wichtige Funktionen zu beeinträchtigen. Bei multifokalen Epilepsien, die von mehreren Orten im Gehirn ausgehen und bei generalisierten Anfällen ohne nachweisbaren herdförmigen und somit eingrenzbaren Beginn ist eine Operation in den meisten Fällen nicht möglich.

Sind alle Bedingungen erfüllt, kann eine frühe Entscheidung für eine Operation den Verlauf des Lebens eines Epilepsie-Patienten positiv beeinflussen. Insbesondere Kinder können sich nach einer erfolgreichen Operation bei einer Reduktion der Anfälle deutlich besser entwickeln als ohne chirurgischen Eingriff.

Formen der Epilepsiechirurgie

Man unterscheidet die heilende (kurative) oder ursächliche (kausale) Epilepsie-Chirurgie von der lindernden (palliativen) Chirurgie, welche eine Besserung der Erkrankung, nicht aber Anfallsfreiheit, zum Ziel hat.

Es gibt verschiedene Formen chirurgischer Eingriffe. Dabei handelt es sich um die Folgenden:

  • Resektive Verfahren
  • Nicht resektive Verfahren
  • Vagus-Nerv-Stimulation
  • Tiefe Hirnstimulation

Resektive Verfahren

In einigen Fällen wird die Hirnregion, von der die epileptischen Anfälle ausgehen (epileptogener Herd), komplett entfernt. Man spricht dabei vom resektiven Verfahren. Wird mit der Resektion die Ursache der Epilepsie beseitigt, kann diese Operationsform auch als ursächliche bzw. heilende Epilepsiechirurgie bezeichnet werden. Besonders erfolgversprechend, und häufig mit geringem Risiko, Defizite in der Gehirnfunktion des Patienten zu verursachen, ist sie bei Epilepsien mit fokalen Anfällen, deren Beginn im Schläfenlappen des Gehirns liegt. Hier kann bei mehr als 60 Prozent der pharmakoresistenten Epilepsie-Patienten Anfallsfreiheit erreicht werden. Eine Abklärung in spezialisierten Zentren, ob sich ein operativer Eingriff anbietet, sollte jedoch so früh wie möglich erfolgen.

Nicht resektive Verfahren

Andere Behandlungsformen sehen ein Durchtrennen von Hirnverbindungen vor, um die einen epileptischen Anfall auslösenden Prozesse im Gehirn zu unterbrechen. Nicht resektive Verfahren erreichen zwar keine Heilung der Epilepsie, können aber zusätzlich zu Medikamenten eine Verringerung der auftretenden Anfälle bewirken. Man spricht hier auch von lindernder Epilepsiechirurgie.

Vagus-Nerv-Stimulation

Eine weitere operative Behandlungsmethode ist das Einsetzen eines Schrittmachers unter die Brustmuskulatur, der kontinuierlich elektrische Impulse generiert. Er wird mit Hilfe von Elektroden mit dem linken Nervus vagus am Hals verbunden. Der Vagusnerv entspringt im Gehirn und seine Stimulation hat einen dämpfenden Effekt auf dieses.

Tiefe Hirnstimulation

Ein neueres Verfahren ist die tiefe Hirnstimulation. Hierbei werden dem Patienten Elektroden in das Gehirn implantiert, die bestimmte Bereiche elektrisch stimulieren und dadurch eine Verminderung der Anfallsaktivität erzielen können.

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