Epilepsie gut behandeln UCB

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Tipps für Erzieher und Lehrer

Eine unbeschwerte, möglichst normale Zeit im Kindergarten und in der Schule ist für die Entwicklung von Kindern generell von großer Bedeutung. Erzieher und Lehrer können zu einem großen Teil dazu beitragen, dass sich das Kind sozial, emotional und geistig angemessen entwickeln kann.

Das Ziel der Betreuung eines Kindes mit Epilepsie ist es, das Kind seinen Fähigkeiten entsprechend zu unterstützen, sein Selbstbewusstsein zu stärken und es möglichst gut in die Gruppe zu integrieren. Überforderung, aber auch eine zu starke Behütung können das Gegenteil bewirken. Halten Sie daher nicht jegliches Risiko vom Kind oder Schüler fern, sondern bieten Sie dann Hilfe, wenn Unterstützung benötigt wird. Unnötige Verbote und Einschränkungen vermindern ein oft ohnehin schon geringes Selbstvertrauen von Kindern mit Epilepsie. Bei ausreichender Überwachung können die meisten Kinder an fast allen Aktivitäten einschließlich des Schulsports (Ausnahmen: Absturzgefahr und Schwimmen ohne Aufsicht), und Klassenfahrten teilnehmen.

Bei Freizeitaktivitäten und Sport mit erhöhter Unfallgefahr ist immer eine Aufsicht oder Hilfe zu gewährleisten.

Bei der Beaufsichtigung von Kindern mit Epilepsie besteht keine besondere Haftungsverpflichtung

Die Frage nach Aufsichtspflicht, Versicherungsschutz und Schadensregulierung sowie die Angst vor Haftung verunsichern viele Lehrer und Betreuer. Grundsätzlich gilt, dass Lehrkräfte oder Begleitpersonen für Verletzungen oder Schäden, die dem Kind mit einer Epilepsie oder durch dieses Kind entstanden sind, nur dann haften, wenn der Schaden vorhersehbar war und wenn sie vorsätzlich und grobfahrlässig gehandelt haben. Weil Anfälle in der Regel aber nicht vorhersehbar sind, können Lehr- und Aufsichtspersonen auch nicht dafür haftbar gemacht werden. Die Haftung der Lehr- und Aufsichtspersonen ist daher auf die reguläre Beaufsichtigung und auf das Einhalten von Notfallmaßnahmen beschränkt. Um sich in Bezug auf Haftungsfragen rechtlich abzusichern, sind nachfolgend Empfehlungen für Lehrkräfte und Aufsichtspersonen aufgelistet:

  • Protokollieren Sie das Informationsgespräch mit den Eltern (Leitfaden für das Elterngespräch).
  • Lassen Sie einen persönlichen Fragebogen zur Epilepsie ausfüllen (Muster)
  • Fordern Sie für besondere Unternehmungen und für den Schwimmunterricht ein fachärztliches Attest bei den Eltern an.
  • Informieren Sie alle Kollegen und Personen, die im Vertretungsfall einspringen könnten.
  • Holen Sie die schriftliche Einverständniserklärung für besondere Aktivitäten von den Eltern ein.
  • Halten Sie im Zweifelsfall mit den Eltern und/oder dem behandelnden Arzt Rücksprache und dokumentieren Sie dies.

Regeln zur ersten Hilfe bei epileptischen Anfällen

Eltern kennen den epileptischen Anfall ihres Kindes sehr genau und können Lehrer und Betreuer daher am besten darüber informieren, was im Falle eines Anfalls zu tun ist. Dies sollte als Notfallplan in schriftlicher Form erfolgen. Ein Notfallplan vermittelt Lehrern/Betreuern und Eltern ein Gefühl der Sicherheit beim Umgang mit dieser besonderen Situation. Eine entsprechende Vorlage stellt der Landesverband Epilepsie Bayern e.V. auf der Internetseite www.epilepsie-lehrerpaket.de bereit.

Gut vorbereitet sein auf einen Anfall

Die Fähigkeit bei einem Anfall, die notwendige Ruhe zu bewahren, bildet sich im Grunde nur mit der Praxis. Um bei dem ersten Anfall dennoch möglichst gut vorbereitet zu sein, helfen folgende Empfehlungen:

  • Grundkenntnisse über die häufigsten Anfallsarten und die dafür angemessenen Hilfs- und Betreuungsmaßnahmen erwerben
  • Vertraut sein mit der spezifischen Anfallssituation (Häufigkeit, auslösende Faktoren, Art, Dauer, Erholzeit, Medikamente)
  • Notfallmedikation und Telefonnummer eines fachkundigen Arztes bereithalten
  • Anfallssituationen „durchspielen“ und Reaktionen darauf einüben

Epileptische Anfälle sind an sich nicht gefährlich und hören in der Regel nach wenigen Minuten von selbst auf, ohne dass ärztliche Maßnahmen notwendig sind. Wenn der Anfall länger andauert als 5-10 Minuten, ist ein Arzt zu verständigen. Notfallmedikation kommt nur in Frage, wenn bekannt ist, dass der Betroffene zu Anfallsserien neigt, oder wenn der Anfall länger als 5-10 Minuten dauert.

Zur ersten Hilfe bei epileptischen Anfällen kann man sich an folgenden Regeln orientieren: 

  • Ruhe bewahren! Epileptische Anfälle dauern in der Regel nur 3-5 Minuten und werden nur in Ausnahmen zu Notfällen
  • Das Kind aus möglichen Gefahrenzonen (z.B. Schwimmbecken) entfernen
  • Geschützte Lagerung des Körpers garantieren (Kopfunterlage)
  • Kein gewaltsames Festhalten!
  • Keine Gegenstände in den Mund einführen, um einen Zungenbiss zu verhindern.
  • Gegenstände, die das Kind gefährden könnten (z.B. Stühle, Spielzeug) beiseite räumen
  • Enge Kleidung lockern und Brille absetzen
  • Beim Kind bleiben bis der epileptische Anfall vorbei ist
  • Neugierige fernhalten
  • Andere Schüler/Kinder beruhigen und erklären, was passiert ist
  • Eltern und den behandelnden Arzt informieren (genaue Beobachtung und Beschreibung des Anfalls sind wertvolle Informationen für den Arzt)
  • Bei eintretender Ruhephase das Kind in stabile Seitenlage bringen
  • Das Kind nach dem Anfall freundlich und beruhigend ansprechen
  • Dem Kind nach dem Anfall Gelegenheit zum Ausruhen geben

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