Epilepsie gut behandeln UCB

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Epilepsie und Arbeit

Epilepsie ist grundsätzlich kein Hinderungsgrund für eine berufliche Tätigkeit. Die Interessen und Fähigkeiten spielen bei der Berufswahl eine ausschlaggebende Rolle. Bei vielen Patienten kann durch Medikamente eine dauerhafte Anfallsfreiheit erzielt werden.

Epilepsie und Arbeit

Anfallsfreie Menschen mit Epilepsie haben nur wenige berufliche Einschränkungen.

Dieser Personenkreis benötigt aus gesundheitlichen Gründen in der Regel keine besonderen Hilfen zur Integration in das Berufsleben. Die Berufsgenossenschaft hat eine Broschüre (BGI 585) erstellt mit Empfehlungen zu den beruflichen Möglichkeiten von Personen mit Epilepsie. Einige Berufe sind jedoch auch nach mehrjähriger Anfallsfreiheit nicht zu empfehlen. Dazu gehören Berufe mit Nacht- und Schichtarbeit, mit Absturzgefahr oder Berufe, für die ein Führerschein unbedingt erforderlich ist.

Ungeeignete Berufe für nicht-anfallsfreie Personen

Berufe, die für nicht-anfallsfreie Personen mit Epilepsie nicht zu empfehlen sind:

  • Bäcker
  • Wachdienst
  • Polizist
  • Feuerwehrmann
  • Soldat
  • Dachdecker
  • Maurer
  • Schornsteinfeger
  • LKW- oder Bus-Fahrer

Nicht-anfallsfreie Personen sollten Berufe mit einem breiten Einsatzspektrum wählen.

Junge Menschen mit Epilepsie, die nicht anfallsfrei sind, sollten einen weit verbreiteten Beruf wählen, so dass nach Abschluss der Ausbildung möglichst viele Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Es sollte dabei ein Arbeitsplatz angestrebt werden, an dem keine besonderen zusätzlichen Schutzmaßnahmen erforderlich sind.

Empfohlene Berufe

Empfehlenswerte Berufe für Menschen mit Epilepsie sind beispielsweise:

  • Kaufmännische Berufe
    • Büro- und Industriekaufmann
    • Versicherungskaufmann
    • Reisekaufmann
    • Verwaltungsangestellte
  • Technische Berufe
    • Medizinisch technischer Assistent
    • Technischer Zeichner
    • Maschinenbautechniker
  • Handwerkliche Berufe
    • Elektrotechniker
    • Gärtner
    • Metallbearbeiter
    • Industriemechaniker
  • Berufe aus dem Bereich Feingerätebau
    • Zahntechniker
    • Augenoptiker
  • Berufe des Hotel- und Gaststättengewerbes

Berufe für junge Menschen mit Epilepsie und zusätzlichen Beeinträchtigungen

Bei Menschen, die tagsüber nicht anfallsfrei sind oder die zusätzliche Beeinträchtigungen haben, werden häufig Grenzen bei einer betrieblichen Ausbildung erreicht. Für diesen Personenkreis bieten die Berufsbildungswerke  Ausbildungsangebote an verschiedenen Orten an. Das Berufsbildungswerk Bethel in Bielefeld ist speziell darauf ausgerichtet, die Behandlung ausbildungsbegleitend so zu optimieren, dass nach Ausbildungsabschluss die Integration auf dem ersten Arbeitsmarkt möglich ist.

Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen helfen Jugendlichen ohne Ausbildungsreife

Für junge Menschen, die aufgrund ihrer Erkrankung noch keine Ausbildungsreife erreichen konnten oder in ihrer Berufswahl unsicher sind, stehen berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (bvB) der Agentur für Arbeit zur Verfügung. Eignungsabklärungen mit Erprobung in verschiedenen Berufsfeldern helfen dabei, einen geeigneten Beruf zu finden. Diese Maßnahmen sind speziell auf bestimmte Fördergruppen und deren Schulungsbedarf zugeschnitten.

Epilepsie am Arbeitsplatz

Häufig sind Berufstätige mit Epilepsie verunsichert darüber, ob sie ihre Krankheit dem Arbeitgeber mitteilen müssen oder nicht.

Grundsätzlich ist ein Mensch mit Epilepsie nicht verpflichtet, seinen Arbeitgeber über seine Erkrankung zu informieren.

Folglich muss die Erkrankung auch nicht in einem Bewerbungsschreiben erwähnt werden. Wenn aber der Arbeitgeber bei der Auswahl oder der Gestaltung des Arbeitsplatzes auf wesentliche Einschränkungen in Hinblick auf die geforderten Tätigkeiten Rücksicht nehmen soll oder muss, ist der Arbeitnehmer mit Epilepsie verpflichtet, seinen Arbeitgeber auf seine Erkrankung hinzuweisen. Dies betrifft insbesondere risikoreichere Tätigkeiten.

Anfälle, die ohne Auswirkungen auf die vorgesehene Tätigkeit sind, müssen nicht angegeben werden.

Fragt der Arbeitgeber im Vorstellungsgespräch oder im Einstellungsfragebogen nach Krankheiten, müssen Sie die Epilepsie nur dann angeben, wenn trotz medikamentöser Behandlung Anfälle auftreten, die die vorgesehene Tätigkeit erheblich einschränken. Zur groben Orientierung können Sie folgende Regel heranziehen: Die Gefährdung am Arbeitsplatz darf nicht größer sein als in der häuslichen Umgebung.

Hilfen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Die Mehrheit der an Epilepsie erkrankten Menschen benötigt keine speziellen Hilfen am Arbeitsplatz. Sollten sie dennoch erforderlich sein, gibt es vielfältige Gestaltungsmaßnahmen für den Arbeitsplatz und das Arbeitsumfeld, um die Risiken von Verletzungen und anfallsauslösenden Belastungen zu vermeiden bzw. zu verringern. Detaillierte Tipps für die Gestaltung des Arbeitsplatz und zu organisatorischen Maßnahmen gibt das Informationssystem zur beruflichen Rehabilitation REHADAT.

Die Rehabilitationsträger (z. B. Bundesagentur für Arbeit, Rentenversicherung, Unfallversicherung) und das Integrationsamt unterstützen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, wenn eine Behinderung oder chronische Krankheit des Arbeitnehmers droht oder vorliegt.

Die Technischen Berater des Integrationsamtes und der Agentur für Arbeit (Technischer Beratungsdienst) helfen bei der Auswahl und Beschaffung der erforderlichen Hilfsmittel für eine funktionsgerechte Arbeitsplatzausstattung. Der Integrationsfachdienst (IFD) ist der Ansprechpartner für die psychosoziale Betreuung schwerbehinderter Menschen, wenn es zum Beispiel zu Konflikten mit den Kollegen kommt. Sie helfen auch bei der Vermittlung von Arbeitsplätzen. Die Integrationsfachdienste handeln im Auftrag der Rehabilitationsträger und der Integrationsämter.

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