Epilepsie gut behandeln UCB

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Epilepsie und Führerschein

Anfälle am Steuer können zu schweren Verkehrsunfällen führen und stellen daher eine Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer dar. Epilepsie-Patienten sollten daher kein Fahrzeug steuern, solange sie nicht sicher anfallsfrei sind. Die Frage, ob ein Epilepsie-Patient Auto fahren darf oder nicht, beantwortet der behandelnde Arzt.

Epilepsie und Führerschein

Der Arzt hat die Pflicht, den Patienten über dessen Fahrtauglichkeit zu informieren.

Der behandelnde Arzt trifft die Entscheidung zur Fahrtauglichkeit auf Basis der aktuellen BAST-Leitlinien (Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahrereignung der Bundesanstalt für Straßenwesen, Mai 2014).

Nach den aktuellen BAST-Leitlinien gilt grundsätzlich:
Wer epileptische Anfälle erleidet, ist nicht in der Lage, ein Kraftfahrzeug zu führen, solange ein Risiko für wiederholte Anfälle besteht.

Für die Beurteilung der Fahreignung sind nach der Diagnose Epilepsie oder nach einem einmaligen Anfall Untersuchungen beim behandelnden Facharzt in jährlichen Abständen erforderlich. Bei einer langjährigen Anfallsfreiheit können die zeitlichen Abstände zwischen den Untersuchungen verlängert werden.

In den BAST-Leitlinien werden die Empfehlungen zur Fahreignung aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen zwischen den folgenden beiden Gruppen unterteilt:

  • PKW und Motorrad (Gruppe 1)
  • LKW und beruflicher Personentransport (Gruppe 2)

PKW und Motorrad

Epilepsie-Patienten dürfen unter den folgenden Bedingungen PKW und/oder Motorrad fahren:

  • Bei einem einmaligen Anfall:
    • Nach einer anfallsfreien Zeit von mindestens 6 Monaten
    • Nach einer anfallsfreien Zeit von mindestens 3 Monaten, wenn der Anfall durch bestimmte Auslöser, wie Fieber oder Schlafentzug, verursacht wurde
  • Bei der Diagnose Epilepsie:
    • Nach einer anfallsfreien Zeit von mindestens 1 Jahr
    • Bei ausschließlich an den Schlaf gebundenen Anfällen nach mindestens 3- jähriger Beobachtungszeit
    • Bei einfachen fokalen Anfällen, ohne Bewusstseinsstörung und ohne weitere Behinderungen nach mindestens 1-jähriger Beobachtungszeit
  • Bei einem erneuten Anfall (oder mehreren Anfällen innerhalb von 24 Stunden) nach langjähriger Anfallsfreiheit
    • Nach einer Fahrpause von 6 Monaten, sofern die Untersuchung keine Hinweise auf eine erhöhte Gefahr einer Anfallswiederholung gibt
  • Bei der Beendigung der Epilepsie-Therapie
    • Personen, die fahrtauglich sind, dürfen kein Fahrzeug führen, solange Epilepsie-Medikamente reduziert werden und mindestens 3 Monate nach der letzten Medikamenten-Einnahme.

LKW und beruflicher Personentransport

Die Richtlinien für das Führen eines LKW und für den beruflichen Personentransport sind wesentlich strenger aufgrund der höheren Belastungen und Anforderungen an den Fahrer. Epilepsie-Patienten mit wiederholten Anfällen und/oder mit einer medikamentösen Epilepsie-Therapie haben generell keine Fahrerlaubnis in dieser Gruppe.

Unter folgenden Bedingungen sind Epilepsie-Patienten für das Führen eines LKW und den beruflichen Personentransport geeignet:

  • Bei einem einmaligen Anfall:
    • Nach einer anfallsfrei gebliebenen Zeit von mindestens 2 Jahren
    • Nach einer anfallsfrei gebliebenen Zeit von mindestens 6 Monaten, wenn der Anfall durch bestimmte Auslöser, wie Fieber oder Schlafentzug, verursacht wurde
  • Bei der Diagnose Epilepsie:
    • Nach einer anfallsfrei gebliebenen Zeit von mindestens 5 Jahren ohne medikamentöse Therapie

Neuerwerb des Führerscheins

Wenn Sie einen Führerschein neu erwerben möchten, sollten Sie dies zunächst mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen. Der Arzt hat die Pflicht, seine Patienten auf der Grundlage der geltenden Leitlinien zu beraten und darüber aufzuklären, ob sie tauglich sind, ein Kraftfahrzeug zu führen oder nicht.

Im Führerschein-Antragsformular der Straßenverkehrsbehörde wird das Vorliegen einer Epilepsie abgefragt. Diese Frage muss wahrheitsgemäß beantwortet werden. Ein Attest über die Fahrtauglichkeit ihres behandelnden Arztes sollte dem Antrag am besten beigelegt werden. Die Straßenverkehrsbehörde entscheidet dann, ob ein weiteres Gutachten erforderlich ist. Dieses weitere Gutachten zur Beurteilung der Fahrtauglichkeit wird von einem Facharzt mit einer Zusatzqualifikation in Verkehrsmedizin oder Arbeitsmedizin erstellt. Der behandelnde Arzt darf nicht der Gutachterarzt sein.

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