Epilepsie gut behandeln UCB

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Epilepsie und Lebensführung

Eine geregelte Lebensführung mit einem konstanten Schlafrhythmus kann bei Epilepsie helfen, die Anfallshäufigkeit zu reduzieren. Auch das Vermeiden von individuellen Reizfaktoren und starken Belastungen kann Anfälle vermeiden helfen.121

Epilepsie und Alkohol

Der Konsum von Alkohol kann das Auftreten epileptischer Anfälle begünstigen und sowohl Wirkungen als auch Nebenwirkungen von Antiepileptika verändern.121 Daher sollte Alkohol nur in geringen Mengen und nicht regelmäßig konsumiert werden. Als unbedenklich gelten jeweils 1 Glas Bier, Wein/Sekt oder Schnaps pro Anlass. Menschen, denen Alkohol ohnehin nicht schmeckt oder denen ein völliger Verzicht leichter fällt als die Selbstkontrolle, sollten generell auf Alkohol verzichten.122

Epilepsie und Alkohol

Epilepsie und Rauchen

Rauchen erhöht das Risiko für Epilepsie. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, an der über 100.000 junge Frauen teilnahmen.123 Die Forscher fanden heraus, dass Frauen, die rauchten, ein 3-mal höheres Risiko hatten, Anfälle zu erleiden, im Vergleich zu Frauen, die nicht rauchten. Dagegen hatte ein moderater Alkohol- und Kaffeekonsum keinen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit von Anfällen.123

Sicherheit im Alltag

Es gibt einige Hinweise, die Sie, abhängig von der individuellen Anfallssituation, zu Ihrer Sicherheit im Alltag beachten können:126

  • Besser duschen als baden, nicht ohne Aufsicht baden oder schwimmen
  • Beim Duschen eine Temperaturregelung verwenden, um bei einem Anfall Verbrühungen zu verhindern
  • Niemals im Bett rauchen (Brandgefahr!)
  • Keine elektrischen Messer oder Schneidemaschinen verwenden
  • Offenen Kamin mit Schutzgitter sichern
  • Lieber in einem niedrigeren Bett schlafen (Sturzgefahr)
  • Abstand zu Straßen, Gewässern und hohen Kanten einhalten, um das Risiko bei Stürzen zu mindern
  • Scharfe Kanten in der Wohnung, beispielsweise an Möbeln oder Heizkörpern sichern
  • Möglichst nicht in Räumen einschließen; bei Toiletten beispielsweise ein "Besetzt"-Schild verwenden.
  • Radfahren grundsätzlich nur mit Helm; am besten wenig befahrene Strecken nutzen
  • Bei Arbeiten am Herd die hinteren Herdplatten nutzen, um das Risiko von Verbrennungen zu mindern; auch kurze Wege beim Transport heißer Speisen sind vorteilhaft oder das Kochen in der Mikrowelle.

Die Bedeutung dieser Schutzmaßnahmen hängt von der Schwere der Anfälle ab; keinesfalls sollten sie dazu führen, dass Patienten in ihren Alltagstätigkeiten unnötig eingeschränkt werden.

Epilepsie und Helm

Das Tragen eines Helms schützt Personen mit häufigen Anfällen vor Kopfverletzungen. Vor allem Kleinkinder verletzen sich häufig bei Stürzen an Tisch- oder Stuhlkanten, daher ist das Tragen eines Kopfschutzes zu empfehlen. Die Kosten werden in der Regel durch die Krankenkasse erstattet. Eine Übersicht zu verschiedenen Modellen und Anbietern von Kopfschutzhelmen finden Sie hier.124

Für ältere Kinder und Jugendliche bedeutet das Tragen eines Helms im Alltag eine erhebliche Stigmatisierung. Damit der Helm nicht auffällt, kann ein Kopftuch, Kapuze oder Mütze darüber getragen werden. Sporthelme, wie Fahrradhelme, Eishockeyhelme oder spezielle Baseballkappen mit Hartschale bieten Alternativen für den Kopfschutz, die weniger auffallen und in besonderen Gefahrensituationen getragen werden können.

Regelmäßige Einnahme von Antiepileptika

Die genaue Einhaltung der Dosierung und die regelmäßige Einnahme der Medikamente sind wichtige Voraussetzungen, um eine dauerhafte Anfallsfreiheit zu erzielen. Mehr dazu erfahren Sie auch unter Therapietreue. Im Alltag ist es hilfreich, die Einnahme der Medikamente an einen wiederkehrenden Vorgang zu koppeln, wie beispielsweise an das Zähneputzen. Eine Einnahme zu den Mahlzeiten ist nicht erforderlich, empfiehlt sich aber bei einem empfindlichen Magen. Die Verwendung einer Dosette (Dosierbox) kann dabei helfen, die regelmäßige Einnahme sicherzustellen. In dieser können die Tabletten für den Tag oder die Woche vorbereitet werden.125

Zur Erinnerung an die regelmäßige Medikamenteneinnahme kann auch die Epi-Manager App genutzt werden, die für Apple iPhone/iPad sowie Android Smartphone/Tablet kostenlos zur Verfügung steht.

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  1. May, Theodor / Fröscher, Walter: Anfallsbegünstigende Umstände: Frenreisen, Sport, sexuelle Aktivität, atmosphärische Bedingungen?, abzurufen unter: www.izepilepsie.de, letztes Zugriffsdatum 22.05.13
  2. Krämer, Günter: Alkohol und Epilepsie, abrufbar unter: www.swissepi.ch, letztes Zugriffsdatum 22.05.13
  3. Dworetzky B et al. Epilepsia. 2010;51(2):198-205
  4. REHADAT Informationssystem zur beruflichen Rehabilitation; www.rehadat.de, letztes Zugriffsdatum 22.05.13
  5. Pohlmann-Eden B. Praktische Epilepsie-Behandlung. 1. Aufl. 2007; Uni-med-Verlag, Bremen
  6. Krämer G. und A. Zeipelt: Epilepsie. 100 Fragen, die Sie nie zu stellen wagten. Hippocampus Verlag, Bad Honnef, 2011.
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