Epilepsie gut behandeln UCB

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Lebenserwartung und Todesursachen bei Epilepsie

Die Epilepsie setzt nicht grundsätzlich die Lebenserwartung des betroffenen Menschen herab. Im Durchschnitt haben allerdings Menschen mit Epilepsie eine verkürzte Lebenserwartung im Vergleich zur Normalbevölkerung. Die Lebenserwartung ist im Durchschnitt bei einer symptomatischen Epilepsie um 10 Jahre, dagegen bei idiopathischen und kryptogenen Epilepsien um 2 Jahre verkürzt.136

Symptomatische Epilepsien werden häufig durch bösartige Hirntumore oder durch schwerwiegende zerebrale Fehlbildungen verursacht. In diesen Fällen führt meist der ungünstige Verlauf der Grunderkrankung zu einem vorzeitigen Tod der an Epilepsie leidenden Patienten.136

Ursachen für die statistisch verkürzte Lebenserwartung

Der Tod als direkte Auswirkung eines epileptischen Anfalls ist aufgrund der guten Behandlungsmöglichkeiten heute sehr selten. Am häufigsten kann er im Zusammenhang mit einem Grand-Mal-Status auftreten, wenn die Notfallmaßnahmen nicht greifen. Als Todesursachen können dabei Herzrhythmusstörungen auftreten, das Atemzentrum kann versagen, Hirnödeme- und -schwellungen und noch einige andere Ursachen sind möglich.137

Als weitere mögliche Todesursachen kommen die Folgen eines Anfalls in Betracht, wie Unfälle, Ertrinken, Verbrennen oder Ersticken, wobei in diesem Zusammenhang auch vergleichsweise milde Anfälle eine Lebensgefahr darstellen können.136

Mehrere Untersuchungen haben belegt, dass die Rate der Selbstmordversuche bei Menschen mit Epilepsie deutlich höher ist als in der Normalbevölkerung. Verzweiflung über eine therapieresistente Epilepsie, soziale Zurückweisung, Partnerschaftsprobleme und psychische Störungen können für die erhöhte Selbstmordrate verantwortlich sein. Eine erfolgreiche Behandlung und eine gute soziale Integration sind die beste Vorbeugung für diese Gefahr.138

SUDEP – plötzlicher, unerwarteter Tod bei Epilepsie

SUDEP steht für "sudden unexpected death in epilepsy" und bezeichnet einen plötzlichen, unerwarteten Tod bei Epilepsie ohne erkennbare Ursache. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Epilepsie stellt der SUDEP die häufigste Todesursache dar.139

Auch in der Gesamtgruppe aller Epilepsiepatienten trägt der SUDEP zu einer Verminderung der mittleren Lebenserwartung bei, die bei fokalen Epilepsien im Bereich von 2 bis 10 Jahren liegt. Mehreren Untersuchungen zufolge beträgt die Häufigkeit des SUDEP etwa 4-10% aller Todesfälle bei Menschen mit Epilepsie.138

Welche physiologischen Abläufe bei SUDEP zum Tod führen, ist noch nicht vollständig geklärt. In der Diskussion sind Funktionsstörungen des zentralen autonomen Nervensystems, insbesondere Störungen in der Regulation von Atmung und Herzschlag, die dann zum Tod führen können.137

In einer Vielzahl von Studien wurden die folgenden Faktoren gefunden, die das Risiko eines SUDEP erhöhen:140

  • Alter (relativ hohe Bedeutung im jungen Erwachsenenalter)
  • männliches Geschlecht
  • Mehrfachbehinderung
  • fokale Epilepsien
  • lange Epilepsie
  • dauerhohe Anfallsfrequenz
  • sekundär generalisierte tonisch-klonische Anfälle
  • Kombinationsbehandlungen
  • häufige Medikamentenumstellungen
  • schwankende Antiepileptika-Konzentrationen.

Den besten Schutz vor dem SUDEP-Risiko bietet eine optimale Therapie.

Es gibt einige Faktoren, durch die das SUDEP-Risiko verringert werden kann:140

  • Befolgen der ärztlichen Anweisungen zur Medikamenteneinnahme
  • Insbesondere regelmäßige Einnahme der Medikation
  • Beachtung einer gesunden Lebensführung, Vermeidung von Alkohol
  • Schlafen in einer Rückenposition und wenn möglich nicht alleine.

Kann eine vollständige Anfallsfreiheit nicht erreicht werden, kann der frühzeitige Besuch spezialisierter Epilepsie-Praxen, Epilepsie-Ambulanzen und Epilepsiezentren dazu beitragen, die beste Therapieform zu finden.

Bei Pharmakoresistenz, d.h. dem Nichtansprechen auf die ersten beiden medikamentösen Behandlungen, sollte bei fokalen Epilepsien die Option eines epilepsiechirurgischen Eingriffes frühzeitig geklärt werden, da erfolgreiche epilepsiechirurgische Eingriffe das Risiko für das Auftreten unerwarteter Todesfälle bei Epilepsiepatienten mindern.141

Die britische Selbsthilfe-Organisation "Epilepsy bereaved"142 sammelt in Zusammenarbeit mit führenden Experten Informationen zum Thema SUDEP und anderen mit Epilepsie im Zusammenhang stehenden Todesfällen.142

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  1. Tinka E. Epilepsie: Mortalität, Todesursachen und Lebenserwartung. www.universimed.com, letztes Zugriffsdatum 22.05.13
  2. SUDEP oder wie lebensgefährlich ist Epilepsie. www.epikurier.de, letztes Zugriffsdatum 22.05.13
  3. Informationszentrum Epilepsie. Lebenserwartung, Todesursachen, plötzlicher Tod www.izepilepsie.de, letztes Zugriffsdatum 22.05.13
  4. Jallon P. Mortality in patients with epilepsy. Curr Opin Neurol 2004; 17: 141–146
  5. Schulze-Bonhage A. Der unerwartete Tod bei Epilepsiepatienten. Neurologie 3/2007
  6. www.uniklinik-freiburg.de, letztes Zugriffsdatum 22.05.13
  7. www.sudep.org, letztes Zugriffsdatum 22.05.13
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