Epilepsie gut behandeln UCB

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Antiepileptika und Fehlbildungen

Das Risiko für Fehlbildungen ist bei Kindern von epilepsiekranken Müttern leicht erhöht. So ist die Fehlbildungsrate bei Kindern epilepsiekranker Mütter 1-2-mal höher als bei Nachkommen gesunder Mütter. Bei Einnahme von Antiepileptika steigt das Risiko um das Dreifache. Ursachen für dieses erhöhte Risiko sind:

  • genetische Faktoren (die auch vom Vater stammen können), schädliche Effekte von Anfällen während der Schwangerschaft sowie
  • die schädigende Wirkung von Antiepileptika.

Wie klinische Studien zeigten, haben Monotherapien ein deutlich niedrigeres Risiko für Fehlbildungen als Kombinationstherapien. Daher sollten Kombinationstherapien bei einem Kinderwunsch soweit wie möglich vermieden werden.

Fehlbildungen und Valproinsäure

Die höchste Fehlbildungsrate besteht unter der Einnahme von Valproinsäure bei Tagesdosen über 1000 mg. Die Einnahme von Valproinsäure erhöht insbesondere das Risiko für die Entwicklung einer Spaltbildung der Wirbelsäule (Neuralrohrdefekt, Spina bifida) beim Kind. Das Risiko für Neuralrohrdefekte wird durch Valproinsäure um den Faktor 20-30 erhöht.

Nach den derzeitigen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie sollte Valproinsäure bei Frauen mit Kinderwunsch und bei schwangeren Frauen während der ersten 3 Monate der Schwangerschaft vermieden werden. Diese Empfehlungen lassen sich aber wegen der hohen Wirksamkeit von Valproinsäure insbesondere bei generalisierten Epilepsien manchmal nicht umsetzen. Um das Risiko dennoch möglichst gering zu halten, sollten bei der Notwendigkeit einer Valproinsäure-Behandlung Dosierungen von 1000 mg täglich und Blutspiegel von 80 mg/l nicht überschritten werden, soweit es die Anfallssituation erlaubt.

Das Risiko von Fehlbildungen kann durch eine zusätzliche Folsäure-Einnahme deutlich verringert werden. Aus diesem Grund ist die Einnahme von Folsäure für alle Frauen, die schwanger werden könnten, zu empfehlen. Mehr zu diesem Thema finden Sie unter Bedeutung von Folsäure.

Die Sicherheit der verschiedenen Antiepileptika für das ungeborene Kind wird zurzeit in einer großen europäischen Datenerhebung, die EURAP-Studie, untersucht. Allein in Deutschland nehmen bisher bereits über 2000 schwangere Frauen mit Epilepsie an dieser Datenerhebung teil.

Empfehlungen für Frauen vor einer geplanten Schwangerschaft

  • Einnahme von 1–5 mg Folsäure täglich
  • Vermeidung von Antiepileptika-Kombinationstherapien
  • Jedes Antiepileptikum sollte in der niedrigsten wirksamen Dosis gegeben werden
  • Valproinsäure möglichst vermeiden und medikamentöse Alternativen abwägen
  • Falls Valproinsäure erforderlich ist, ist die niedrigst mögliche Dosis in retardierter Form einnehmen (nicht über 1000 mg täglich)

Vorgeburtliche Diagnostik

Wichtig ist eine sorgfältige gynäkologische Begleitung der Schwangerschaft. Eine gezielte Ultraschallfeindiagnostik, die von spezialisierten Gynäkologen durchgeführt wird, ermöglicht das frühzeitige Erkennen von schwerwiegenden Fehlbildungen. Sie ist bei allen Frauen, die Antiepileptika einnehmen, sinnvoll und sollte insgesamt dreimal (in der 12., der 22. und der 32. Schwangerschaftswoche) durchgeführt werden. Über die Konsequenzen, die man im Fall einer festgestellten Fehlbildung ziehen würde, sollte man sich schon vor der Untersuchung Gedanken machen.

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