Epilepsie gut behandeln UCB

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Epilepsie und Geburt

Der Geburtsverlauf bei Müttern mit Epilepsie unterscheidet sich in der Regel nicht von dem bei anderen Frauen. Wichtig ist es, Hebammen und Ärzte rechtzeitig über die Art der Epilepsie und die derzeitige Medikation zu unterrichten. Um Anfällen unter der Geburt vorzubeugen, ist darauf zu achten, dass auch im Kreißsaal die nötigen Antiepileptika weitergegeben werden.156

Epilepsie Geburt

Wohl aus Furcht vor möglichen Komplikationen (wie etwa einem Anfall unter der Geburt) werden bei epilepsiekranken Frauen häufiger als im Durchschnitt Wehen eingeleitet oder ein Kaiserschnitt durchgeführt, obwohl dies nicht geburtshilflich indiziert ist. Ein Kaiserschnitt ist jedoch dann sinnvoll, wenn während der Wehenphase wiederholt Grand-mal-Anfälle auftreten oder bei der werdenden Mutter anhaltende Bewusstseinsstörungen beobachtet werden, so dass diese den Geburtsverlauf nicht aktiv unterstützen kann.156

Es gibt einige Krankenhäuser, die besondere Erfahrung bei der Entbindung von Frauen mit Epilepsie haben und ggf. auch mit der jeweiligen neurologischen Station zusammenarbeiten.156

Medikamenteneinnahme nach der Geburt

Manchmal kann die unregelmäßige Medikamenteneinnahme während und nach der Geburt (durch die Turbulenz im Kreißsaal) oder der Schlafentzug durch einen unregelmäßigen Tagesablauf nach der Geburt des Kindes zu Anfällen führen. Daher ist es wichtig, dass die Mutter in den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt besonders unterstützt wird.156

Das Körpergewicht der Mutter sinkt mit der Geburt ganz plötzlich ab. Dadurch kann es nach der Geburt zu einem starken Anstieg der Spiegels an Antiepileptika kommen. Daher ist es wichtig, in den ersten Wochenbetttagen auf Vergiftungserscheinungen (Nebenwirkungen) zu achten und ggf. die Antiepileptika-Dosis zu reduzieren.156

Hilfe annehmen nach der Geburt

Durch die Geburt eines Kindes ändert sich das Familienleben meist grundlegend. Das kann durchaus zu Belastungs- bzw. Überforderungssituationen führen, besonders wenn der Elternteil, der für die Betreuung der Kinder hauptsächlich zuständig ist, an einer chronischen Erkrankung wie einer Epilepsie leidet.143

Es gibt eine Vielzahl an familienunterstützenden Hilfeformen, aber auch verschiedene Zuständigkeiten, Voraussetzungen und Leistungsträger. Grundsätzlich haben alle Frauen nach der Feststellung der Schwangerschaft bis 8 Wochen nach der Geburt Anspruch auf eine Hebammenhilfe, die durch die Krankenkasse bezahlt wird. Wenn über diesen Zeitraum hinaus Hilfe erforderlich ist, muss eine ärztliche Verordnung vorgelegt werden. Die Krankenkasse übernimmt auch die Kosten für eine Haushaltshilfe für die Dauer bis zu 6 Wochen, wenn eine Überforderungssituation vorliegt. Wenn die Überforderungssituation länger als 6 Wochen andauert, kann über das Jugendamt eine Kindertagespflegestelle oder eine Kurzzeitpflege in Anspruch genommen werden. Dabei wird das Kind entweder tagsüber oder rund um die Uhr in einer Pflegefamilie betreut. Weitere Informationen zu familienunterstützenden Angeboten finden Sie in der Broschüre „Soziale Hilfen für schwangere Frauen und Mütter mit einer Epilepsie“ des europäischen Registers für Schwangerschaften unter Antiepileptika (www.eurap.de).143

Gefahren vermeiden

Zur Minderung der Risiken gehören das Wickeln und Stillen in einer sicheren Position (z.B. Wickeln auf dem Boden, statt auf dem Wickeltisch). Des Weiteren hilft ein Kinderwagen mit einer automatischen Bremse Unfälle zu vermeiden. Eine wichtige Einschränkung betrifft das Baden des Kindes: Dabei sollte die nicht anfallsfreie Mutter grundsätzlich nie alleine sein und eine Babysitzbadewanne benutzen.143

Vitamin K

Alle Kinder haben zum Zeitpunkt der Geburt ein noch nicht ganz perfektes Gerinnungssystem. Um bei Säuglingen Blutungen zu vermeiden, bekommen alle Kinder nach der Geburt Vitamin K-haltige Tropfen.143

Möglicherweise haben Kinder von Müttern, die zum Zeitpunkt der Geburt sogenannte enzyminduzierende Antiepileptika (Medikamente, die den Stoffwechsel der Leber anregen, z.B. Carbamazepin) einnehmen, einen Mangel an diesem Vitamin. Vitamin K ist für die Produktion von Gerinnungsfaktoren verantwortlich.143

Bei einem Mangel kann es zu Gerinnungsstörungen und Blutungskomplikationen beim Kind kommen. Deshalb wird empfohlen, dass Kinder von Müttern, die Antiepileptika einnehmen, unmittelbar nach der Geburt Vitamin K als Spritze bekommen.143

  1. Schmitz B. Epilepsie und Kinderwunsch. Eurap-Broschüre 2008; www.eurap.de, letztes Zugriffsdatum 22.05.13
  2. St. Elisabeth und St. Barbara Klinik für Frauen und Geburtshilfe, Halle an der Saale; www.geburtshilfe-halle.de, letztes Zugriffsdatum 22.05.13
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