Epilepsie gut behandeln UCB

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Epilepsie und Vererbung

Häufig wird die Erblichkeit von Epilepsie überschätzt. Mit wenigen Ausnahmen sind Epilepsien keine Erbkrankheiten im engeren Sinne. Jedoch spielen erbliche Komponenten eine gewisse Rolle, so dass die Veranlagung zu einer erhöhten Anfallsbereitschaft vererbt werden kann. Das bedeutet, dass nur die Neigung, Anfälle zu bekommen, vererbt wird, aber nicht die Anfälle als solche. Diese Art der Vererbung ist allerdings äußerst komplex und derzeit noch kaum verstanden.144

Epilepsie vererbbar

Familienuntersuchungen haben gezeigt, dass nur ein kleiner Teil derjenigen, die eine erhöhte Anfallsbereitschaft geerbt haben, irgendwann im Laufe des Lebens tatsächlich an einer Epilepsie erkranken werden. In der Regel kommt die Krankheit erst dann zum Ausbruch, wenn zusätzlich zu der erhöhten Anfallsbereitschaft weitere Faktoren hinzutreten. Ungefähr 3-5% aller Kinder von epilepsiekranken Frauen oder Männern entwickeln selber eine Epilepsie (mit höherer Wahrscheinlichkeit eine gutartige, relativ leicht behandelbare Epilepsie).144

Auffällig, aber nicht unwidersprochen ist, dass Kinder epilepsiekranker Frauen häufiger an Epilepsie erkranken als Kinder epilepsiekranker Männer. Das Erkrankungsrisiko für die Nachkommen wächst jedoch erheblich, wenn beide Partner an Epilepsie leiden.145

Einer der seltenen Fälle von vererbbaren monogenen Epilepsien stellen die benignen familiären Neugeborenenanfälle dar. Für diese Erkrankung wurden Gendefekte auf dem Chromosom 8 (Gen: KCNQ3) und dem Chromosom 20 (Gen: KCNQ2) nachgewiesen.146 Etwa die Hälfte der Neugeborenen mit Anfällen werden mit entsprechender Behandlung anfallsfrei und erreichen eine normale oder nahezu normale Entwicklung, ca. ein Drittel entwickelt allerdings eine chronische Epilepsie.147

Genetische Beratung

In der Regel besteht kein Grund, Menschen mit Epilepsie von Nachkommen abzuraten. Eine genetische Beratung ist jedoch zu empfehlen, um das spezielle Risiko der vorliegenden Epilepsieform (Syndrom-Diagnose) zu bestimmen. Zusätzliche krankheitsspezifische Risikofaktoren können berücksichtigt werden (Partner hat auch Epilepsie, es liegt familiäre Belastung bei einem /bei beiden vor, Gelegenheitsanfälle, Lichtempfindlichkeit etc.).145 Die genetische Beratung wird von Fachärzten für Humangenetik durchgeführt. Adressen von genetischen Beratungsstellen können erfragt werden bei Frauenärzten, Schwangerschaftsberatungsstellen und dem Bundesverband deutscher Humangenetiker.

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  1. Schmitz B. Epilepsie und Kinderwunsch. 2008 www.dgfe.info, letztes Zugriffsdatum 22.05.13
  2. Krämer, Günter: Vererbung und Epilepsie, www.swissepi.ch, letztes Zugriffsdatum 22.05.13
  3. Rating D. Neugeborenenanfälle. www.izepilepsie.de, letztes Zugriffsdatum 22.05.13
  4. Panayiotopoulos, CP. A clinical guide to epileptic syndromes and their treatment. 2. Auflage, Springer, London, 2007
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