Epilepsie gut behandeln UCB

Top of this page
Skip navigation, go straight to the content

Epilepsie und Vererbung

Häufig wird die Erblichkeit von Epilepsie überschätzt. Mit wenigen Ausnahmen sind Epilepsien keine Erbkrankheiten im engeren Sinne. Jedoch spielen erbliche Komponenten eine gewisse Rolle, so dass die Veranlagung zu einer erhöhten Anfallsbereitschaft vererbt werden kann. Das bedeutet, dass nur die Neigung, Anfälle zu bekommen, vererbt wird, aber nicht die Anfälle als solche. Diese Art der Vererbung ist allerdings äußerst komplex und derzeit noch kaum verstanden.

Epilepsie vererbbar

Familienuntersuchungen haben gezeigt, dass nur ein kleiner Teil derjenigen, die eine erhöhte Anfallsbereitschaft geerbt haben, irgendwann im Laufe des Lebens tatsächlich an einer Epilepsie erkranken werden. In der Regel kommt die Krankheit erst dann zum Ausbruch, wenn zusätzlich zu der erhöhten Anfallsbereitschaft weitere Faktoren hinzutreten. Ungefähr 3-5% aller Kinder von epilepsiekranken Frauen oder Männern entwickeln selber eine Epilepsie (mit höherer Wahrscheinlichkeit eine gutartige, relativ leicht behandelbare Epilepsie).

Auffällig, aber nicht unwidersprochen ist, dass Kinder epilepsiekranker Frauen häufiger an Epilepsie erkranken als Kinder epilepsiekranker Männer. Das Erkrankungsrisiko für die Nachkommen wächst jedoch erheblich, wenn beide Partner an Epilepsie leiden.

Einer der seltenen Fälle von vererbbaren monogenen, d.h. durch ein einzelnes Gen bedingten Epilepsien stellen die gutartigen familiären Neugeborenenanfälle dar. Für diese Erkrankung wurden Gendefekte auf dem Chromosom 8 (Gen: KCNQ3) und dem Chromosom 20 (Gen: KCNQ2) nachgewiesen. Etwa die Hälfte der Neugeborenen mit Anfällen werden mit entsprechender Behandlung anfallsfrei und erreichen eine normale oder nahezu normale Entwicklung, ca. ein Drittel entwickelt allerdings eine chronische Epilepsie.

Genetische Beratung

In der Regel besteht kein Grund, Menschen mit Epilepsie von Nachkommen abzuraten. Eine genetische Beratung ist jedoch zu empfehlen, um das spezielle Risiko der vorliegenden Epilepsieform (Syndrom-Diagnose) zu bestimmen. Zusätzliche krankheitsspezifische Risikofaktoren können berücksichtigt werden (Partner hat auch Epilepsie, es liegt familiäre Belastung bei einem /bei beiden vor, Gelegenheitsanfälle, Lichtempfindlichkeit etc.). Die genetische Beratung wird von Fachärzten für Humangenetik durchgeführt. Adressen von genetischen Beratungsstellen können erfragt werden bei Frauenärzten, Schwangerschaftsberatungsstellen und dem Bundesverband deutscher Humangenetiker.

Epi-Manager für iPhone/iPad und Android Smartphones/Tablets! Jetzt kostenlos laden!

Kostenloser Kontakt
UMFRAGE Helfen Sie uns, unsere Webseite für Sie noch weiter zu optimieren! Jetzt mitmachen! Diesen Hinweis verbergen
Vergrößern von Texten und Bildern:

Sie können Ihre Seite im Browser beliebig vergrößern oder verkleinern.

  • Vergrößern

  • Zum Vergrößern drücken Sie die Tastenkombination "Strg" und "+". Für Mac-User: "Befehl" und "+".
  • Verkleinern

  • Zum Verkleinern drücken Sie die Tastenkombination "Strg" und "-". Für Mac-User: "Befehl" und "-".