Epilepsie gut behandeln UCB

Top of this page
Skip navigation, go straight to the content

Epilepsie bei Kindern

Epilepsien kommen bei etwa 0,5 Prozent aller Kinder vor. Etwa zwei Drittel aller betroffenen Kinder entwickeln sich trotzdem geistig normal. Eine Intelligenzminderung mit einem IQ von weniger als 70 ist jedoch die häufigste Begleiterkrankung bei Kindern mit Epilepsie. Wichtig für die Diagnostik in jungen Jahren ist die Familienanamnese sowie eine komplette pädiatrische, neurologische Untersuchung.

Es gibt mehrere Epilepsie-Formen, die ausschließlich Kinder betreffen bzw. im Kindheits- oder Jugendalter das erste Mal auftreten:

  • Rolando-Epilepsie
  • Landau-Kleffner- Syndrom
  • Panayiotopoulos-Syndrom
  • Kindliche Absence Epilepsie (CAE)

Epilepsie bei Kindern

Rolando-Epilepsie

Die Rolando-Epilepsie ist eine ausschließlich gutartige, fokale, idiopathische und in der Regel ohne Vorschädigung auftretende Epilepsie-Form im Kindes- und Jugendalter mit einem Beginn zwischen dem 3. und 13. Lebensjahr. Ein Synonym für die Erkrankung ist Benigne Epilepsie des Kindesalters mit zentrotemporalen Spikes (BECTS). Die Rolando-Epilepsie ist die häufigste fokale Epilepsie des Kindesalters.

Die zunächst fokalen Anfälle ohne Bewusstseinsstörung treten hauptsächlich während der Nacht auf und gehen gelegentlich in generalisierte tonisch-klonische Anfälle über. Meist fühlen die betroffenen Kinder während der Anfälle ein starkes Kribbeln oder haben andere Missempfindungen einer Mund- oder Gesichtshälfte. Die Entwicklung der Rolando-Epilepsie wird langfristig als günstig eingeschätzt. Die Anfälle bilden sich meist spätestens bis zum 20. Lebensjahr selbstständig zurück: Von den betroffenen Patienten waren mit 18 Jahren fast 100 Prozent anfallsfrei. Weder können bei den Patienten bleibende neurologische Störungen noch Hirnläsionen festgestellt werden und auch bestehende Lernschwierigkeiten nehmen mit wachsendem Alter ab. Aus diesem Grund wird die Rolando-Epilepsie auch als „benigne (gutartige) Epilepsie im Kindesalter“ beschrieben.

Vererbung spielt bei der Rolando-Epilepsie eine wichtige Rolle. Fast 50 Prozent der erkrankten Kinder hat Verwandte mit Epilepsie, bei einem Drittel der Geschwister lassen sich für die Rolando-Epilepsie typische Hirnaktivitäten feststellen, auch wenn sie keine Symptome zeigen.

Nicht jede Rolando-Epilepsie muss behandelt werden. Besonders bei Kindern, deren Anfälle selten auftreten und den Schlaf nicht sehr beeinträchtigen, kann von einer Behandlung abgesehen werden. Essentiell ist jedoch eine begleitende Unterstützung in psychologischer und sozialer Hinsicht. Auf diese Weise soll eine unbeeinträchtigte Eingliederung des Kindes in Familie, Schule und Beruf unterstützt werden. Ganz besonders wichtig ist es, unnötige Ängste zu vermeiden, indem das soziale Umfeld des Kindes umfassend über die Erkrankung und ihre Charakterisierung informiert wird.

Landau-Kleffner-Syndrom

Das Landau-Kleffner-Syndrom, auch erworbene epileptisch Aphasie (Sprachstörung) genannt, ist eine seltene gemischt fokal-generalisierte Epilepsie, die meist im Alter zwischen 5 und 7 Jahren auftritt. Die Ursache ist unbekannt, es wird allerdings eine funktionelle, epileptogene Läsion im Sprachzentrum des Gehirns vermutet. Die Kinder entwickeln Sprachstörungen in unterschiedlichem Ausmaß und reagieren nicht auf sprachliche Reize. Häufig wird zunächst eine Art Taubheit vermutet, wobei ein Hörtest dann aber „normale“ Ergebnisse zeigt.

Die Symptome beginnen meist schleichend und verschlechtern sich über die Zeit. Häufig wechseln sich auch gute mit sehr schlechten Phasen ab. Ein Großteil der Kinder zeigt auch Verhaltensstörungen (z.B. Hyperaktivität) und Störungen der geistigen Entwicklung. Epileptische Anfälle finden sich bei etwa drei Viertel der Kinder. Meist treten die Anfälle nachts auf und können sehr verschiedenartig sein, von primär generalisierten Anfällen über fokale motorische Anfälle bis hin zu atypischen Absencen und atonischen Anfällen. Die Anfälle und Sprachstörungen verlieren sich im Laufe der Pubertät mit ca. 15 Jahren. Etwa die Hälfte der Kinder mit Landau-Kleffner- Syndrom können als Erwachsene ein relativ normales Leben führen.

Panayiotopoulos-Syndrom

Das Panayiotopoulos-Syndrom wird zu den idiopathischen fokalen Epilepsien gezählt und ist eine relativ häufige Epilepsie-Form im Kindesalter. Das Besondere ist die Art der fokalen Anfälle, die überwiegend das autonome (vegetative) Nervensystem betreffen. Drei Viertel der betroffenen Kinder klagen über Übelkeit, sehen blass aus und erbrechen schließlich, dabei ist das Bewusstsein zunächst erhalten, kann dann aber im Verlauf des Anfalls verloren gehen. Häufig drehen sich die Augen zu einer Seite und die Pupillen sind weit.

Die Dauer dieser Anfälle ist in der Regel sehr lange, bis zu mehreren Stunden, so dass man auch von einem autonomen Status epilepticus spricht. Durch das Hauptsymptom der Übelkeit mit Erbrechen kann es häufig lange dauern, bis die Diagnose Epilepsie gestellt wird. Die Prognose des Panayiotopoulos- Syndroms ist sehr günstig, die Hälfte der Kinder hat  nur 1 bis 5 Anfälle. Meist sistiert die Erkrankung innerhalb von 1 bis 2 Jahren, spätestens aber nach der Pubertät.

Kindliche Absence-Epilepsie

Die kindliche Absence-Epilepsie, früher auch Pyknolepsie genannt, ist die häufigste generalisierte Epilepsie des Kindesalters und beginnt meist im Alter von 5 bis 7 Jahren. Die Ursache ist genetisch bedingt (idiopathisch), wobei die beteiligten Gene noch weitgehend unbekannt sind. Die Anfälle äußern sich als kurze abrupt einsetzende und wieder endende Bewusstseinsaussetzer mit offenen starren Augen. Die Dauer liegt in der Regel zwischen 4 und 20 Sekunden. Die Kinder halten plötzlich in dem, was sie gerade tun inne. Die Anfälle treten täglich und manchmal sehr häufig (10 bis 100 und mehr pro Tag) auf. Die Diagnose ist aufgrund der sehr typischen EEG-Veränderungen recht einfach, manchmal kann es aber lange dauern, bis diese Kinder zu einem Kinderneurologen kommen, da sie zuvor als „Tagträumer“ (Hans-guck-in-die-Luft) angesehen werden. Die Prognose der kindlichen Absence- Epilepsie ist sehr günstig, da sie normalerweise spätestens im Alter von 12 Jahren verschwindet und die Anfälle außerdem auf geeignete Medikamente sehr gut ansprechen. Nur wenige Kinder haben auch als Erwachsene noch Absencen oder entwickeln später einzelne generalisiert tonisch-klonische Anfälle (Grand mal Anfälle).

Epi-Manager App
Epi-Manager, Epilepsie App

Jetzt kostenlos laden!

iOS-Version

Android-Version

Kostenloser Kontakt
UMFRAGE Helfen Sie uns, unsere Webseite für Sie noch weiter zu optimieren! Jetzt mitmachen! Diesen Hinweis verbergen
Vergrößern von Texten und Bildern:

Sie können Ihre Seite im Browser beliebig vergrößern oder verkleinern.

  • Vergrößern

  • Zum Vergrößern drücken Sie die Tastenkombination "Strg" und "+". Für Mac-User: "Befehl" und "+".
  • Verkleinern

  • Zum Verkleinern drücken Sie die Tastenkombination "Strg" und "-". Für Mac-User: "Befehl" und "-".