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Symptome bei Epilepsie

Die Symptomatik eines epileptischen Anfalls kann sehr unterschiedlich sein. So können epileptische Anfälle Gefühls-, Bewusstseins- und Verhaltensstörungen bewirken, aber auch Muskelzuckungen sind möglich bis hin zu den großen oder „Grand Mal“-Anfällen, bei denen der Betroffene stürzt und am ganzen Körper krampft und zuckt. Entscheidend für die Symptomatik sind sowohl der Ausgangsort des epileptischen Anfalls als auch seine weitere Ausbreitung im Gehirn.

Symptome bei Epilepsie

Die Dauer eines epileptischen Anfalls kann von wenigen Sekunden bis zu einigen Minuten reichen. Der Großteil der Anfälle endet jedoch meist innerhalb von drei Minuten. Die Anfallssymptomatik, -häufigkeit sowie -intensität kann sehr unterschiedlich sein und hängt in erster Linie von der Art des Anfalls ab. Ausführliche Informationen über Symptome sind in den Kapiteln fokale epileptische Anfälle und generalisierte epileptische Anfälle zu den einzelnen Anfallsarten beschrieben.

Experten unterscheiden folgende Phasen bei einem epileptischen Anfall:

Die präiktale Phase

Der Zeitraum vor dem Beginn eines epileptischen Anfalls wird als präiktale Phase oder Prodromalphase bezeichnet. Diese Phase kann Minuten bis Tage dauern. In diesem Zeitraum kann es vorkommen, dass Menschen sich andersartig verhalten oder merkwürdig fühlen. Diese Art Warnsignal wird Prodrom genannt. Oftmals wird in diesem Zusammenhang auch der Begriff Aura verwendet. Allerdings sollten die beiden Begriffe, Aura und Prodrom, nicht verwechselt werden.

Eine Aura findet unmittelbar vor dem sichtbaren Anfall statt, ist ein Teil des Anfalls oder kann im Falle von sensorischen Anfällen auch der Anfall selbst sein.

Dagegen ist das Prodrom ein nicht-epileptisches Symptom, das dem Anfall Tage oder Stunden voraus geht. Typische Anzeichen von Prodromen sind

  • Nervosität,
  • Ängstlichkeit,
  • Schwindel oder
  • Kopfschmerzen.

Prodrome vor epileptischen Anfällen können den Anzeichen vor Migräne-Anfällen stark ähneln.

Was ist eine Aura?

Das Wort Aura stammt ursprünglich aus dem Griechischen (griechisch für Lufthauch) und wurde bereits vor fast 2000 Jahren als medizinischer Begriff eingeführt. Im Jahr 1981 wurde der Begriff Aura durch die internationale Expertenkommission zur Klassifizierung von epileptischen Anfällen ILAE (Internationale League Against Epilepsy) definiert als Teil eines Anfalls, der vor dem Bewusstseinsverlust auftritt und an den sich der Patient nach dem Anfall erinnern kann. Nach dieser Definition entsprechen alle Anfälle, die ohne Bewusstseinsverlust verlaufen, einer Aura. Da einfache fokale Anfälle stets ohne Bewusstseinsverlust verlaufen, entspricht also ein einfacher fokaler Anfall einer Aura. Allerdings wird dieses Konzept seit längerem kontrovers diskutiert und inzwischen gibt es einen neuen Vorschlag zur Definition der Aura, wonach die subjektiven (psychischen) Eindrücke der Patienten unmittelbar vor einem Anfall oder während eines Anfalls mit Aura bezeichnet werden. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff Aura ebenfalls für die Empfindungen des Patienten kurz vor oder während des Anfalls verwendet, an die sich der Patient später erinnern kann.

Wie äußert sich eine Aura?

Die Aura ist in der Regel kurz und kann zwischen einigen Sekunden und Minuten andauern. Bei etwas mehr als der Hälfte der Epilepsie-Patienten mit einfachen fokalen Anfällen kommt es zu einer bestimmten Art von Aura. Eine Aura kann ganz unterschiedlich wahrgenommen werden, je nachdem, welcher Bereich des Gehirns von den Anfällen betroffen ist. Die folgenden Eindrücke und Wahrnehmungen wurden von Patienten als Aura beschrieben:

  • Visuelle Wahrnehmungen, wie Licht, Flecken oder Wellen
  • Seltsame Gefühle im Magenbereich
  • Geruchs- und Geschmackswahrnehmungen
  • Wahrnehmungen von Geräuschen
  • Emotionale Empfindungen, wie Angst- oder Glücksgefühle
  • Psychische Wahrnehmungen, wie Illusionen (Déjà-vu-Erlebnisse, verzerrte Raum- oder Zeitwahrnehmungen) und Halluzinationen (Erinnerungswahrnehmungen, Flashbacks, Vergangenheitsträume, Erscheinungen von Gesichtern, Objekten, Szenen oder Musik)
  • Autonome Symptome, wie Herzrasen, Schweißausbrüche, Gänsehaut

Die iktale Phase

Die iktale Phase beschreibt den Zeitraum während eines Anfalls. Während der iktalen Phase herrscht ein Gewitter im Kopf. In dieser Zeit treten physikalische Veränderungen auf, die mit Hilfe von medizinischen Geräten, wie z.B. EEG (Elektroenzephalographie) und EKG (Elektrokardiograph) gemessen werden können. Die Veränderungen geben dabei Neurologen wichtige Hinweise auf die Art und den Ursprungsort des Anfalls.

Die postiktale Phase

Das Anfallsende stellt den Übergang vom Anfall zurück in den Normalzustand dar. Diese Phase wird postiktal genannt und kennzeichnet die Erholungsphase des Gehirns. Sie kann lediglich Sekunden, aber auch Minuten oder Stunden andauern. Die Dauer hängt dabei von einigen Faktoren ab, wie z.B. welcher Bereich des Gehirns während des Anfalls betroffen ist oder ob der Patient eine medikamentöse Therapie mit Antiepileptika erhält.

Die interiktale Phase

Die interiktale Phase bezeichnet den Zeitraum zwischen zwei Anfällen. Viele Menschen mit Epilepsie leiden zwischen den Anfällen unter psychischen Störungen. Die Störungen reichen von Ängstlichkeit bis hin zu Depressionen. Charakteristische Symptome einer Depression sind u.a.

  • Reizbarkeit,
  • niedrige Frustrationstoleranz und
  • Stimmungsschwankungen.

Die Beschwerden können einige Stunden oder mehrere Tage andauern und verschwinden dann oftmals wieder spontan. Patienten und ihre Familien halten diese Stimmungsschwankungen häufig für normal und sehen diese als Teil der Epilepsie an.

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