Nebenwirkungen von Antiepileptika

Neben der beabsichtigten therapeutischen Hauptwirkung eines Arzneimittels können zusätzliche Effekte auftreten, sogenannte Nebenwirkungen, die in der Regel unerwünscht sind. Sie können körperliche, aber auch psychische Auswirkungen haben. Nebenwirkungen können sich unter Umständen erst bei gleichzeitiger anderweitiger Medikamenteneinnahme oder bei größerem Alkoholkonsum bemerkbar machen.

Nützliche und störende Nebenwirkungen von Antiepileptika

Nebenwirkungen müssen nicht grundsätzlich schädlich sein. Es können auch Wirkungen entstehen, die dem Patienten von Nutzen sein könnten, wie etwa eine stimmungsaufhellende Nebenwirkung bei einer gleichzeitig vorliegenden Depression.

Grundsätzlich können bei Arzneimitteln unterschiedliche Nebenwirkungen auftreten:

Art der Nebenwirkungen Beispiele
Unspezifische Nebenwirkungen Müdigkeit, leichte Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens
Dosisabhängige Nebenwirkungen Schwindel, Übelkeit und Erbrechen, Sehen von Doppelbildern, Müdigkeit und Gangunsicherheit
Idiosynkratische Nebenwirkungen (unspezifische Überreaktion auf einen Reiz, meist dosisunabhängig) Hautausschlag, Funktionsstörungen der Leber und Blutbildung
Sonstige Nebenwirkungen (nicht bei allen Patienten dosisabhängig) Appetitstörung, Gewichtsveränderung, Haarausfall (stellenweise), Nierensteine, hormonelle Störungen, Verhaltensänderungen, kognitive und psychische Störungen

Unspezifische Nebenwirkungen von Antiepileptika

Zu Beginn einer Therapie mit Antiepileptika können häufig Müdigkeit und Schwindelgefühl auftreten. Diese klingen in der Regel nach kurzer Zeit wieder ab, ohne dass eine Behandlung oder Dosisänderung erfolgen muss. Sprechen Sie Ihren Arzt an, falls Sie derartige Nebenwirkungen feststellen oder diese Ihren Alltag stark beeinträchtigen.

Dosisabhängige Nebenwirkungen von Antiepileptika

Dosisabhängige Nebenwirkungen sind erst bei höheren Dosierungen festzustellen und bilden sich nach einer Verminderung der zu verabreichenden Menge des Medikamentes zurück. Beispiele für dosisabhängige Nebenwirkungen sind Schwindel, Übelkeit und Erbrechen, Sehen von Doppelbildern, Müdigkeit und Gangunsicherheit.

Idiosynkratische Nebenwirkungen von Antiepileptika

Fachleute sprechen von idiosynkratischen Reaktionen, wenn der Körper auf die Behandlung mit einer allergischen Reaktion, wie beispielsweise in Form eines Hautausschlages, in den ersten Behandlungswochen reagiert. Die Hautreaktionen zeigen sich meistens als fleckige, von dem Gesicht und der Brust sich ausbreitende Rötungen oder als Pickelchen. Weitere Beispiele sind Funktionsstörungen der Leber und der Blutbildung. Daher sollten Sie rasch Ihren Arzt informieren, wenn Sie allergische Hautveränderungen bemerken oder sich unwohl fühlen. Möglicherweise muss das Medikament gewechselt werden.

Sonstige Nebenwirkungen von Antiepileptika

Bei manchen Nebenwirkungen kann es Monate oder sogar Jahre dauern, bevor diese bemerkt werden. Dazu zählen ein langsamer Gewichtsverlust, ein Knochenschwund oder psychische Veränderungen. Da diese Veränderungen auch andere Ursachen haben können, bedarf es einer genauen Abklärung. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Ihnen auffällt, dass sich langsam aber stetig etwas verändert.

Nebenwirkungen stehen im Beipackzettel

Welche Nebenwirkungen bei welchem Antiepileptikum vorkommen können und wie häufig sie sind, kann aus dem Beipackzettel des jeweiligen Medikaments entnommen werden.

Bei Nebenwirkungen den Arzt konsultieren

Abschließend nochmal der Hinweis: Treten bei der Einnahme von Medikamenten Nebenwirkungen auf, sollten Sie Ihren behandelnden Arzt konsultieren. Er berät Sie zur weiteren Vorgehensweise und veranlasst, wenn notwendig, eine Dosisreduktion oder den Wechsel des Medikaments.