Chirurgie

Vor einem epilepsiechirurgischen Eingriff stellt sich die Frage: Wem kann so ein Verfahren empfohlen werden?

Um für einen chirurgischen Eingriff in Frage zu kommen, müssen zum Beispiel Anfälle in einem begrenzten Gebiet des Gehirns beginnen, das genau definiert und entfernt werden kann, ohne dabei wichtige Funktionen zu beeinträchtigen. Sofern — zusätzlich zu der Art des Ursprungs der Anfälle — ein zweiter medikamentöser Behandlungsversuch keine Besserung herbeiführen konnte, ist die Indikation zum operativen Eingriff gegeben.

Bei sogenannten primär generalisierten Anfällen ohne eingrenzbaren Ausgangsbereich ist eine Operation dagegen nicht möglich.

Resektive Verfahren (kurative Verfahren)

In einigen Fällen wird die Hirnregion, von der die epileptischen Anfälle ausgehen, komplett entfernt. Man spricht dabei vom resektiven Verfahren. Wird mit der Resektion die Ursache der Epilepsie beseitigt, kann diese Operationsform auch als ursächliche oder heilende Epilepsiechirurgie bezeichnet werden (kurativ). Besonders erfolgversprechend und häufig von geringem Risiko, Defizite in der Gehirnfunktion des Betroffenen zu verursachen, ist diese bei Epilepsien mit fokalen Anfällen, deren Beginn im Schläfenlappen (Temporallappen) des Gehirns liegt. Hier kann bei mehr als 60 Prozent der pharmakoresistenten Epilepsie-Patienten Anfallsfreiheit unter Fortführung der medikamentösen Behandlung erreicht werden.

Nicht resektive Verfahren (palliative Verfahren)

Andere Behandlungsformen entfernen kein Gewebe aus dem Gehirn, sondern sehen beispielsweise ein Durchtrennen von Hirnverbindungen vor, um die einen epileptischen Anfall auslösenden Prozesse im Gehirn zu unterbrechen. Nicht resektive Verfahren erreichen zwar keine Heilung der Epilepsie, können aber zusätzlich zu Medikamenten eine Verringerung der auftretenden Anfälle bewirken. Man spricht hier auch von lindernder (palliativer) Epilepsiechirurgie.