Verfahren zur Neurostimulation

Bei Patienten, die über eine medikamentöse Therapie keine Anfallsfreiheit oder Verminderung der Anfallshäufigkeit erreichen, können Verfahren zur Neurostimulation eingesetzt werden. Es kann damit zwar keine Anfallsfreiheit, aber in vielen Fällen eine deutliche Minderung der Anfallshäufigkeit erreicht werden.

Vagus-Nerv-Stimulation

Für die Vagus-Nerv-Stimulation wird ein Schrittmacher unter die Brustmuskulatur eingesetzt, der kontinuierlich elektrische Impulse generiert. Er wird mit Hilfe von Elektroden mit dem linken Vagusnerv am Hals verbunden. Der Vagusnerv ist der 10. von insgesamt 12 Hirnnerven, die vorwiegend Kopf und Hals versorgen.

Nach wie vor ist für das Verfahren der Vagus-Nerv-Stimulation, ähnlich wie bei den meisten Medikamenten zur Epilepsiebehandlung, nicht abschließend geklärt, wie und warum es wirkt. Zurzeit kann auch nicht vorhergesagt werden, welche Patienten von einem Stimulator profitieren werden und welche nicht. Die häufigsten Nebenwirkungen bestehen in Heiserkeit oder Husten während der Stimulation. Seltener kann es zu Atem- oder Schluckstörungen sowie Hals- oder Kopfschmerzen kommen. Die für Antiepileptika typischen Nebenwirkungen wie Schwindel, Doppelbilder oder Tremor sind jedoch nicht zu erwarten.

Tiefe Hirnstimulation

Ein anderes Verfahren ist die tiefe Hirnstimulation. Hierbei werden dem Patienten Elektroden in das Gehirn implantiert, die bestimmte Bereiche elektrisch stimulieren und dadurch eine Verminderung der Anfallsaktivität erzielen können. In Deutschland hat sich diese Form der Behandlung nicht bewährt.