gruppe jogger mit epilepsie
gruppe jogger mit epilepsie

Bewegt durchs Leben trotz Epilepsie

Sport macht Spaß, steigert das körperliche und seelische Wohlbefinden, ermöglicht, die eigenen Grenzen zu testen und sich im Wettkampf mit anderen zu messen. Beim Sport werden Kontakte geknüpft und Freundschaften geschlossen. Gründe, Sport zu treiben, gibt es also mindestens so viele, wie es Sportarten gibt.

Allerdings haben verschiedene Untersuchungen in der Vergangenheit gezeigt, dass Menschen mit Epilepsie seltener körperlich aktiv sind als Menschen ohne Epilepsie. Ursachen hierfür sind unter anderem Befürchtungen, beim Sport und damit eventuell vor Anderen einen Anfall zu erleiden, oder die Angst, durch die körperliche Anstrengung könnten Anfälle ausgelöst werden.

Anfälle während des Sports sind selten

Dabei hat eine Untersuchung niederländischer Wissenschaftler gezeigt, dass Anfälle während des Sports nur sehr selten auftreten. Kurze Pausen während des Trainings scheinen außerdem vor Anfällen in der Erholungsphase zu schützen.

Erklärt werden können diese Beobachtungen zum einen dadurch, dass die gesteigerte Wachheit und Aufmerksamkeit beim Sport Anfälle verhindert. Zum anderen wird vermutet, dass die körperliche Belastung nicht nur im Muskel, sondern auch in Blut und Gehirn zur Anreicherung von Milchsäure führt und es damit zu einer Verschiebung des Säure-Basen-Gleichgewichts kommt, die vor Anfällen zu schützen scheint.

gruppe sportler mit epilepsie bei übungen im park

Nur sehr selten kann sportliche Aktivität als Anfallsauslöser wirken, beispielsweise, wenn photosensible Patienten starken Lichtreizen (v. a. beim Wassersport) ausgesetzt sind oder starke Stressfaktoren auftreten (z. B. bei sportlichem Wettkampf). Experten raten auch davon ab, im untrainierten Zustand gleich sportliche Höchstleistungen vollbringen zu wollen. In Einzelfällen scheint auch eine Unterzuckerung Anfälle auslösen zu können, beispielsweise bei langen Läufen ohne adäquate Nahrungszufuhr.

Positive Auswirkungen des Sports bei Epilepsie

Neben den allgemeinen positiven Auswirkungen körperlicher Aktivität auf Herz und Kreislauf, Stimmung und Stoffwechsel gibt es noch einen weiteren Grund, warum gerade Menschen mit Epilepsie die Couch gegen Turnschuhe tauschen sollten: Sie haben unterschiedlichen Studien zufolge ein etwa doppelt so hohes Risiko für Knochenbrüche im Allgemeinen und ein etwa dreifaches Risiko für Brüche des Oberschenkels und des Beckens bei über Fünfzigjährigen.

gruppe sportler mit epilepsie springen in die luft

Die Ursachen hierfür liegen zum einen in der langfristigen Einnahme von Antiepileptika, die sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen zu einer Störung des Knochenstoffwechsels (Osteoporose) führen können. Dies gilt insbesondere für Wirkstoffe, die die Aktivität der Leber anregen. Darüber hinaus gehen bestimmte Anfallsformen, in erster Linie die großen generalisierten Anfälle, häufig mit Stürzen einher, die wiederum Knochenbrüche zur Folge haben können.

Die gezielte Belastung von Muskulatur und Knochen durch Sport kann dem Abbau an Knochenmasse entgegenwirken beziehungsweise eine Zunahme der Knochendichte bewirken. Bei Sport im Freien produziert der Körper durch das einwirkende UV-Licht außerdem Vitamin D, was ebenfalls die Knochendichte fördert.

Welche Sportarten sind geeignet?

Dass beim Sport nur selten Anfälle auftreten und Sportunfälle bei Epilepsie insgesamt selten sind, bedeutet allerdings nicht, dass Menschen mit Epilepsie alle Sportarten unbedenklich ausüben können. So gelten beispielsweise Schwimmen, Tauchen oder Radfahren (v. a. für Kinder) als gefährliche Sportarten bei Epilepsie.  Außerdem müssen bei der Wahl der Sportart neben den persönlichen Vorlieben natürlich auch individuelle körperliche Einschränkungen (z. B. Herz-Kreislauf- und orthopädische Erkrankungen) und Besonderheiten der Epilepsie-Erkrankung wie die Art der Anfälle oder die Anfallshäufigkeit berücksichtigt werden. Hierfür ist ein Gespräch mit Ihrem behandelnden Arzt hilfreich, er kann Ihnen eventuell auch eine Bescheinigung für den Sportverein ausstellen.

Eine Entscheidungshilfe, welche Sportart für Sie am besten geeignet ist, haben Experten des Epilepsiezentrums Bethel entwickelt. Sie haben eine Tabelle mit mehr als 40 Sportarten zusammengestellt und jeweils ihre Eignung bei Epilepsie beurteilt. Die entsprechende Broschüre kann über die Stiftung Michael kostenlos bezogen werden.[

Rechtliche Fragen rund um das Thema Sport bei Epilepsie

Ist der Verlauf Ihrer Epilepsie so günstig, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass Sie während des Sports einen Anfall erleiden, der von anderen bemerkt werden oder andere gefährden kann, sind Sie nicht verpflichtet, Trainier oder Sportfreunde über Ihre Erkrankung zu informieren.

Ist die Gefahr von Anfällen während des Sports hingegen gegeben, machen Sie sich, wenn Sie nicht informieren und es zu einem Unfall kommt, einer Verletzung der Sorgfaltspflicht (Fahrlässigkeit) schuldig. Dies kann nicht nur versicherungsrechtliche, sondern im Fall von Schadensersatzansprüchen auch spürbare finanzielle Konsequenzen haben.

mann mit epilepsie auf dem rad

Sogar strafrechtlich können Sie belangt werden, wenn Sie aufgrund Ihrer Erkrankung keine Fahreignung besitzen und beispielsweise mit dem Fahrrad einen Unfall verursachen.  Letzteres gilt insbesondere für die derzeit sehr beliebten E-Bikes, die körperliche Aktivität ohne übermäßige Anstrengung versprechen, aber aufgrund der höheren Geschwindigkeit und abweichendem Antriebs- und Bremsverhalten einen Kontrollverlust über das Gefährt begünstigen.

So gelingt der Einstieg in ein bewegtes Leben

Damit aus dem Vorsatz, mehr Sport zu machen, tatsächlich eine Gewohnheit wird, sollten Sie sich zu allererst für eine Sportart entscheiden, die Ihnen wirklich Spaß macht. Zudem sollten Sie sich realistische und auch kurzfristig erreichbare Ziele setzen (z. B. neue Menschen kennenlernen, Spaß haben) und versuchen, das Training fest in Ihren Alltag zu integrieren.

Wenn Sie dann noch die für alle Sportler geltenden Regeln der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention e. V. beachten, sind die Aussichten gut, dass Sie künftig deutlich bewegter durchs Leben gehen.

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