cannabis pflanze mit arzneiflasche
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Cannabis - auch bei Epilepsie eine Option?

Cannabis (deutsche Bezeichnung: Hanf) ist eine Pflanze, die vielfältig genutzt wird. Bereits seit dem 19. Jahrhundert ist Cannabis in Europa für seine berauschende Wirkung bekannt. Weniger bekannt ist bislang, dass die Pflanze eine noch längere Tradition in der medizinischen Nutzung hat. Zunächst wurde Cannabis vor allem im asiatischen Raum für medizinische Zwecke genutzt.  Beispiele hierfür sind die Anwendung bei Schmerzen, Rheuma, Lepra, Durchfall oder Fieber. Zur medizinischen Nutzung werden Cannabisblüten und Cannabisextrakte verwendet.  Bereits im 19. Jahrhundert wurde Berichten zufolge Cannabis bei Epilepsie eingesetzt.

Auch hierzulande steht der mögliche Einsatz von Cannabis zu therapeutischen Zwecken seit Mitte des letzten Jahrhunderts im Fokus der medizinischen Forschung. Durch verbesserte Untersuchungsmöglichkeiten konnten über 100 verschiedene aktive Substanzen, die sog. Phytocannabinoide, in der Pflanze entdeckt werden. Für die Medizin interessant sind allerdings hauptsächlich zwei Inhaltsstoffe: das Δ9-Tetrahydrocannabinol (THC) und das Cannabidiol (CBD).

Derzeit besteht die allgemeine Annahme, dass Cannabis ein sehr breites therapeutisches Spektrum hat. Zu den etablierten Indikationen für Cannabis-basierte Medikamente zählen chronische Schmerzen (vor allem neuropathische Schmerzen), Spastik bei Multipler Sklerose, Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit.

Aber keine Wirkung ohne Nebenwirkung. Akut können z.B. Euphorie, Angst und Müdigkeit auftreten. Aber auch Herz und Kreislauf können betroffen sein, unter anderem in Form von Schwindel, Blutdruckabfall und Herzrasen.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien und Erfahrungen trugen nun dazu bei, dass seit dem 10. März 2017 auch Deutschlands Ärzte jeder Fachrichtung Cannabis für Schwerkranke unter bestimmten Voraussetzungen verordnen dürfen.

Cannabis auf Rezept

arzt überreicht ein blatt an patienten mit epilepsie

Bei der genauen Angabe von Indikationen oder einer konkreten Definition für „schwerwiegende Erkrankungen“ hält sich der Gesetzgeber allerdings zurück. Es wurde ausdrücklich auf die Nennung einzelner Erkrankungen verzichtet.
Cannabis-basierte Medikamente dürfen aber nach individueller Einzelfallprüfung über ein Betäubungsmittelrezept verordnet werden. Darüber hinaus muss vor der ersten Verschreibung ein Antrag auf Genehmigung der Kostenübernahme bei der zuständigen Krankenkasse gestellt werden.
Weiterhin sind Ärzte per Gesetz dazu verpflichtet, an einer Beobachtungsstudie teilzunehmen und gewisse Patientendaten regelmäßig an die Arzneimittelbehörde zu übermitteln.
„Cannabis auf Rezept“ ist also nicht so einfach, wie es sich anhört.

Cannabidiol in der Epilepsietherapie

hand mit ausrufezeichen und fragezeichen

Hinweise auf positive Wirkungen von Cannabis Medikamenten gibt es in vielen Bereichen, wie bei chronischen Schmerzen oder solchen, die aufgrund einer erhöhten Muskelspannung bei Multipler Sklerose auftreten. Weitere mögliche Indikationen sind Arthritis, Morbus Crohn und psychiatrische Erkrankungen.

Es gibt allerdings bisher nur schwache wissenschaftliche Belege, dass Phytocannbinoide Krämpfen und Anfällen entgegenwirken können. Die Wirksamkeit und Verträglichkeit ist bisher am besten von gereinigtem bzw. synthetisch hergestelltem Cannabidiol (CBD) untersucht. Somit könnte CBD möglicherweise eine Option bei der Behandlung von Epilepsie sein, wenn andere Möglichkeiten bereits ausgeschöpft wurden. Es gibt bisher aber nur wenige Erfahrungswerte zur Verträglichkeit. Vorhandene Studiendaten deuten darauf hin, dass es zu Wechselwirkungen mit anderen Antikonvulsiva kommen kann.

Allerdings hat sich Cannabidiol in mehreren Studien bei zwei speziellen, aber schweren Formen der Epilepsie, dem Dravet-Syndrom und dem Lennox-Gastaut-Syndrom, als wirksam erwiesen.  Das Dravet-Syndrom und das Lennox-Gastaut-Syndrom beginnen im Kindesalter.

Die positiven Studienergebnisse führten dazu, dass ein CBD-Medikament im September 2019 die europäische Zulassung zur Behandlung dieser beiden Epilepsie-Syndrome erhielt. Allerdings nur wenn es begleitend zu dem Antiepileptikum Clobazam gegeben wird.

Bei anderen Epilepsieformen, insbesondere bei Epilepsien im Erwachsenenalter, bewerten Experten die Datenlage eher als spärlich.

Abschließend lässt sich sagen, dass Cannabidiol als individueller Therapieversuch bei Patienten eingesetzt werden kann, bei denen Standardtherapien nicht wirksam waren.
Ob die Substanz auch für Ihre Therapie eine Option ist, besprechen Sie am besten mit dem Neurologen Ihres Vertrauens.

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