mann mit epilepse in nachdenklicher pose
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Epilepsie und Begleit­er­kran­kungen

Bei von Epilepsie Betroffenen können im Vergleich zur allgemeinen Bevölkerung bestimmte Erkrankungen häufiger vorkommen. Neben Erkrankungen, die das Herz, den Magen-Darm-Trakt und die Atmung betreffen, leidet ein großer Teil der Epilepsie-Patienten häufig unter Schlaf- und psychischen Störungen. Auch Einschränkungen in den Bereichen Gedächtnis, Sprache und Problemlösung sind bei Menschen mit Epilepsie häufiger.

Viele von Epilepsie Betroffene leiden unter einem nicht erholsamen Schlaf.

Störungen des Schlafes oder nicht erholsamer Schlaf sind bei Betroffenen recht häufig. Schlafstörungen können als Nebenwirkung von antiepileptischen Medikamenten auftreten oder durch Schlafunterbrechungen aufgrund von nächtlichen Anfällen verursacht werden. Aber auch die Epilepsie selbst kann die normale Schlafarchitektur verändern und dadurch den Schlaf stören. Ein beeinträchtigter oder nicht erholsamer Schlaf kann die Lebensqualität beeinflussen und zu Tagesschläfrigkeit, Müdigkeit und Leistungsminderung führen.

Bei etwa einem Drittel der Betroffenen treten psychische Störungen als Begleiterkrankung auf.

Aufgrund ihrer Häufigkeit und ihres Einflusses auf die Lebensqualität der Betroffenen gewinnen psychische Störungen, insbesondere Depressionen, die in Zusammenhang mit Epilepsie stehen, in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung. Depressionen stellen dabei die häufigste psychiatrische Begleiterkrankung bei Epilepsie dar. So leiden bis zu 55% der Betroffenen mit schwer behandelbaren (therapieresistenten) Epilepsien unter einer Depression. Umgekehrt haben mehrere wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt, dass bei Menschen mit Depressionen das Risiko erhöht ist, an einer Epilepsie zu erkranken. Ein Grund hierfür können ähnliche Vorgänge im Gehirn bei beiden Erkrankungen sein.

Psychische Störungen bleiben leider häufig unbehandelt.

junge frau mit epilepsie sitzt auf einer wiese

Bei vielen betroffenen Epilepsie-Patienten werden die psychischen Erkrankungen, unter denen sie leiden, nicht erkannt und bleiben unbehandelt. So gehört die Frage nach dem Vorhandensein depressiver Verstimmungen bei Menschen mit Epilepsie nicht zwangsläufig zur Routine, obwohl bekannt ist, dass Depressionen die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen können. Eine Depression führt nicht nur zu einem nachlassenden Leistungsvermögen in fast allen Lebensbereichen, sondern kann sich auch ungünstig auf die Einnahmezuverlässigkeit der antiepileptischen Medikamente auswirken und somit die Wahrscheinlichkeit weiterer epileptischer Anfälle erhöhen.

Auch das Risiko für kognitive Beeinträchtigungen ist bei Epilepsie erhöht.

Menschen mit Epilepsien haben ein erhöhtes Risiko für kognitive Störungen, d.h. für Beeinträchtigungen in den Bereichen Konzentration und Aufmerksamkeit, mentale Geschwindigkeit, Gedächtnis, Sprache, Lernen und Intelligenz. Als Ursachen für kognitive Defizite bei Menschen mit Epilepsien kommen mehrere Faktoren in Frage, die meist zusammenwirken.
Wesentliche Einflussgrößen sind dabei:

  • Art der Grunderkrankung, d.h. angeborene oder erworbene Erkrankung oder Verletzung,
  • Dauer der Epilepsie,
  • Alter bei Epilepsiebeginn sowie Anfallsart und -häufigkeit,
  • Einflüsse der Therapie und Nebenwirkungen von Antiepileptika.

Psychische und kognitive Störungen als Nebenwirkungen von Antiepileptika

Da Antiepileptika ihre Wirkung hauptsächlich im zentralen Nervensystem, also im Gehirn, entfalten, besteht bei der Einnahme die Möglichkeit, dass diese einen negativen Einfluss sowohl auf Psyche als auch auf kognitive Funktionen bei den Patienten haben. Dabei hängt das Auftreten und die Ausprägung der Nebenwirkungen sowohl vom Wirkstoff, als auch von der Dosierung des entsprechenden Antiepileptikums ab. So gibt es Antiepileptika, die bei von Epilepsie Betroffenen depressive Symptome hervorrufen können, während andere stimmungsaufhellende Eigenschaften besitzen. Daneben gibt es Wirkstoffe, die ein günstiges kognitives Nebenwirkungsprofil zeigen, während andere kognitive Nebenwirkungen, z.B. in Form von Störungen der Wortflüssigkeit, der Wortfindung oder des verbalen Gedächtnisses aufweisen können.

Die Auswahl des richtigen Antiepileptikums kann das Risiko für Nebenwirkungen minimieren.

Um das Risiko von psychischen oder kognitiven Beeinträchtigungen durch Antiepileptika zu minimieren, wird ein Wechsel auf Medikamente empfohlen, bei denen geringere entsprechende Nebenwirkungen bekannt sind. Eine Reihe von Studien belegt, dass das Risiko für Nebenwirkungen mit der Anzahl gleichzeitig verabreichter Antiepileptika und mit der Dosis oder Serumkonzentration der Antiepileptika steigt. Aus diesem Grund sollten zur Epilepsie-Behandlung möglichst wenige Medikamente gleichzeitig eingesetzt werden, im besten Fall eine Therapie mit nur einem Antiepileptikum (Monotherapie) oder solche mit geringem Wechselwirkungspotential.

Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung von Begleiterkrankungen kann die Lebensqualität von Epilepsie-Patienten deutlich verbessern.

Zu Beginn und bei Umstellung einer medikamentösen Epilepsie-Behandlung sollte der Betroffene den behandelnden Arzt über weitere Erkrankungen sowie die aktuell einzunehmenden Medikamente informieren. Insbesondere während der Eindosierungs- und Umstellungsphasen sollte eine regelmäßige Kontrolle durch den Arzt erfolgen. Generell sollten alle Auffälligkeiten oder Probleme nicht als selbstverständlich angesehen werden, sondern stattdessen sowohl von dem Betroffenen als auch von den behandelnden Ärzten angesprochen werden, um ggf. eine entsprechende Behandlung beginnen oder verändern zu können.

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