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Epilepsie und Medikamentenneben-wirkungen

Das wichtigste Ziel jeder antiepileptischen Therapie besteht darin, die Lebensqualität der Menschen mit Epilepsie zu verbessern. Dabei hängt die Lebensqualität der Betroffenen nicht nur von ihrer Anfallssituation ab, sondern auch ganz entscheidend von der Verträglichkeit der zur Behandlung eingesetzten Antiepileptika. Aus diesem Grund spielt bereits bei der Auswahl des geeigneten Medikamentes dessen Nebenwirkungsspektrum eine wesentliche Rolle. Darüber hinaus ist die gute Verträglichkeit eine wichtige Voraussetzung für die Therapietreue des Patienten, d.h. für die regelmäßige Einnahme der Medikamente entsprechend der ärztlichen Anweisungen.

Die individuelle Empfindlichkeit für Nebenwirkungen ist sehr unterschiedlich

Bei jedem Medikament und somit auch bei Antiepileptika können Nebenwirkungen auftreten. Welche Nebenwirkungen auftreten können und wie stark sie sind, ist von Medikament zu Medikament unterschiedlich und hängt unter anderem von der Dosis ab. Zudem reagiert jeder Mensch ganz unterschiedlich auf die Einnahme von Medikamenten. Während der eine trotz hoher Wirkstoffdosis praktisch nebenwirkungsfrei ist, gibt es Menschen, die bereits bei sehr niedrigen Dosierungen über Nebenwirkungen berichten.

So viel wie nötig und so wenig wie möglich

Im optimalen Fall sorgt eine Behandlung mit Antiepileptika für Anfallsfreiheit ohne oder mit nur geringen Nebenwirkungen. In der Regel wird die Behandlung mit einem einzelnen Wirkstoff, also als Monotherapie in einer niedrigen Dosierung begonnen. Treten weiterhin Anfälle auf, so wird zunächst die Dosis gesteigert und falls immer noch keine Anfallsfreiheit eintritt, erfolgt entweder eine Umstellung auf ein anderes Antiepileptikum oder Antiepileptika können kombiniert werden (Kombinationstherapie). Dabei sind mögliche Wechselwirkungen zu beachten. Die Wirksamkeit eines Medikamentes kann durch ein anderes Medikament abgeschwächt oder verstärkt werden, aber auch die Nebenwirkungen können zunehmen.

Die Forschung nach gut verträglichen Antiepileptika geht weiter

Bei der Entwicklung neuer Antiepileptika wird zwar als wesentliches Ziel Nebenwirkungsarmut angestrebt, jedoch sind Medikamente ganz ohne Nebenwirkungen trotz aller Forschungsbemühen noch nicht entwickelt worden. Der Grund hierfür liegt darin, dass Antiepileptika nicht nur ihre erwünschte Wirkung im Gehirn entfalten, sondern aufgrund ihrer Verteilung im gesamten Körper, auch andere Organe, wie z.B. Magen, Darm, Haut oder Leber beeinflussen können.

Nebenwirkungen zu Behandlungsbeginn sind oft vorübergehend

In den ersten Wochen und Monaten einer Behandlung sind Nebenwirkungen des Zentralnervensystems häufig, wie z.B.:

  • Schwindel
  • Gangunsicherheit
  • Sehstörungen (Doppelbilder, Verschwommensehen)
  • Sprachstörung
  • Müdigkeit, Schläfrigkeit
  • Konzentrations- und Gedächtnisstörungen

Oft sind diese leicht und lassen nach einiger Zeit wieder nach oder gehen ganz vorüber. Zu den frühen Nebenwirkungen gehören auch allergische Reaktionen auf das Antiepileptikum. Sie bestehen oft aus Hautausschlägen, zum Teil einhergehend mit Juckreiz oder Fieber. Allergien können den Wechsel auf ein anderes Antiepileptikum notwendig machen. Neben frühen Nebenwirkungen gibt es auch Nebenwirkungen, die erst nach einiger Zeit bis zu Jahren später auftreten können. Zu diesen Nebenwirkungen gehören unter anderem psychische Beschwerden, Verhaltensauffälligkeiten, Beeinträchtigung geistiger Funktionen, Osteoporose, Impotenz und Gewichtsprobleme.

Gefährliche Nebenwirkungen sind selten.

Auch wenn generell ein geringes Risiko für das Auftreten von schwerwiegenden Nebenwirkungen besteht, sollte darauf hingewiesen werden, dass gefährliche Nebenwirkungen sehr selten vorkommen. Eine Anpassung der Medikamente ist dann dringend angeraten. Eine Verringerung der Dosis oder eine Beendigung der Medikamenteneinnahme muss aber unbedingt von einem Arzt überwacht werden, weil dabei eine starke Anfallshäufung auftreten kann.

Medikamentöse Wechselwirkungen bei der Auswahl des Antiepileptikums berücksichtigen.

Bei gleichzeitiger Einnahme mehrerer Medikamente kann es passieren, dass ein Medikament den Stoffwechsel so verändert, dass das andere Medikament entweder langsamer oder schneller abgebaut wird. Dadurch kann es dann zu einer Verstärkung oder Verminderung der Wirkung des jeweiligen Medikamentes kommen. Bei den so genannten enzyminduzierenden Antiepileptika kann es durch einen schnelleren Abbau der Medikamente in der Leber zu einer Wirkungsabschwächung kommen. Enzymhemmende Antiepileptika können dagegen den Abbau bestimmter Wirkstoffe verzögern und so zu einer Zunahme der Wirkung führen. Durch den verzögerten Abbau der Wirkstoffe kann es aber gleichzeitig auch zu Verstärkungen der Nebenwirkungen bis hin zu Überdosierungserscheinungen kommen. Beispiele für wichtige Wechselwirkungen sind die Abnahme der Wirkung von Medikamenten zur Asthmabehandlung oder zur Verhütung unter der Einnahme von enzyminduzierenden Antiepileptika.

Neue Antiepileptika zeigen bessere Verträglichkeit und weniger Wechselwirkungen.

Nach Einführung von Valproat im Jahr 1973 kamen mehr als zwei Jahrzehnte lang keine neuen antiepileptisch wirksamen Substanzen auf den Markt. Erst zu Beginn der 1990er-Jahre wurden neue Medikamente eingeführt, die sogenannten „neuen“ Antiepileptika. Die neueren Antiepileptika sind in der antiepileptischen Therapie unverzichtbar. Sie zeichnen sich durch eine verbesserte Verträglichkeit aus, aber auch durch ein geringeres Wechselwirkungspotenzial und werden zunehmend von Neurologen bevorzugt.

Im Falle von Nebenwirkungen Medikamente nicht eigenhändig absetzen.

Sollte eine Nebenwirkung bei Ihnen auftreten, so informieren Sie umgehend Ihren Neurologen darüber. Es ist wichtig, dass Sie Ihre Medikamente nicht eigenmächtig absetzen, sondern diese bis zum ärztlichen Gespräch weiter unverändert einnehmen. Ihr behandelnder Arzt wird dann mit Ihnen zusammen das weitere Vorgehen besprechen.

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