impfpass und spritze mit impfstoff auf kalender mit impftermin
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Lassen Sie sich impfen oder zögern Sie noch?

Noch vor wenigen Jahren versuchte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit der Kampagne „Deutschland sucht den Impfpass“, das Thema Impfen wieder stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken. Seit Beginn der Pandemie ist der immunisierende Piks in den Arm Thema Nummer eins in den Medien, aber auch in öffentlichen und privaten Diskussionen. Denn trotz der Perspektive, die Pandemie durch Immunisierung in den Griff zu bekommen, bestehen bei vielen Menschen Bedenken, ob eine Impfung sicher ist und ob sie sich impfen lassen sollen.

plakat deutschland sucht den impfpass
Foto: ©Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Viele Wege führen zur Immunität

Bislang standen zur Impfung gegen Masern, Keuchhusten, Hepatitis und andere Infektionskrankheiten Lebendimpfstoffe sowie Totimpfstoffe zur Verfügung. Erstere enthalten Erreger, die sich zwar noch vermehren können, also „lebensfähig“ sind, aber nicht mehr krankmachen können. Beispiele hierfür sind Impfstoffe gegen Mumps, Masern und Röteln sowie die früher gängige Schluckimpfung gegen Polio. Totimpfstoffe hingegen enthalten abgetötete, also nicht mehr vermehrungsfähige Krankheitserreger. Hierzu zählt man auch solche Impfstoffe, die nur Bestandteile oder einzelne Moleküle dieser Erreger enthalten. In diese Gruppe gehören beispielsweise die Impfstoffe gegen Hepatitis A und Influenza (Grippe).

Moderne Ansätze, das Immunsystem für die Abwehr von Krankheitserregern zu rüsten, sind Vektorimpfstoffe, die aus für den Menschen harmlosen Viren, den sogenannten Vektoren, bestehen. Diese sind nicht oder nur sehr begrenzt vermehrungsfähig und schleusen Informationen (sogenannte Antigene) über den Krankheitserreger in den Körper ein, gegen den das Immunsystem dann Antikörper, also eine spezifische Immunabwehr, entwickeln soll. Diese Antigene trägt der Vektor entweder direkt auf seiner Oberfläche oder als Bauplan in seinem Erbgut. Im letzteren Fall wird die entsprechende Information dann in der menschlichen Zelle abgelesen. Daraufhin kann die Zelle das Antigen des Krankheitserregers herstellen und dem Immunsystem präsentieren. Über beide Wege wird die beim Impfen erwünschte Immunantwort des Körpers herbeigeführt.

wirkschema einer mrna-impfung

Nach diesem Prinzip funktionieren auch die mRNA-basierten Corona-Impfstoffe. Allerdings wird bei dieser Form der Impfung die Information für die Herstellung einzelner Antigene nicht über einen Vektor, sondern direkt in Form des Bauplans, der sogenannten Messenger-RNA (mRNA), übertragen. Daraufhin beginnen die Körperzellen (z. B. im Muskel) nach dem Bauplan der mRNA mit der Produktion von Antigenen, die anschließend dem Immunsystem präsentiert werden und eine Immunantwort herbeiführen.

Wirkung und Nebenwirkungen von Impfungen

Unabhängig davon, wie die Informationen über Krankheitserreger dem Körper präsentiert werden, beginnt das Immunsystem innerhalb kurzer Zeit, einen effektiven Schutz gegen den Erreger aufzubauen. Zeichen für diese aktive Auseinandersetzung können vorübergehende Symptome wie erhöhte Temperatur oder Kopfschmerzen sein. Bei vielen Geimpften schmerzt auch die Einstichstelle für ein paar Tage. Diese Impfreaktionen sind – und da sind sich alle Experten einig – meist viel weniger schlimm als die Beschwerden oder Folgeschäden der Erkrankung, gegen die geimpft wurde. Mit der Entwicklung verbesserter Impfstoffe ist die Rate schwerwiegender Impfkomplikationen zudem weiter gesunken. Nichtsdestotrotz gibt es Personengruppen, die aufgrund ihres Alters oder bestimmter Vorerkrankungen bestimmte Impfungen nicht erhalten können. Umso wichtiger ist es, diese Menschen durch Immunisierung der anderen (sog. Herdenimmunität) vor der Erkrankung zu schützen

Impfen bei Epilepsie: Meist überwiegt der Nutzen

Eine Epilepsie stellt laut Robert-Koch-Institut und Ständiger Impfkommission (STIKO) keine generelle Kontraindikation für Impfungen dar. Allerdings sollte durch den Arzt immer eine gründliche Risiko-Nutzen-Abwägung erfolgen. Denn es muss zwischen einer prinzipiell möglichen erhöhten Anfallsbereitschaft durch ein aufgrund der Impfung aufgetretenes Fieber und dem zu erwartenden Nutzen (Verhinderung der Erkrankung) abgewogen werden. Für Patienten mit Epilepsie überwiegt in der Regel der Nutzen, zumal gerade bei Menschen mit Epilepsie und vor allem bei Kindern Infektionskrankheiten wie Keuchhusten und Masern vorübergehend oder auch dauerhaft einen negativen Einfluss auf die Epilepsie haben können.

Menschen mit Epilepsie, die nicht anfallsfrei sind, haben ein erhöhtes Verletzungsrisiko. Daher ist insbesondere in diesen Fällen ein ausreichender Tetanusschutz wichtig. Auch der Verlauf von Infektionskrankheiten kann bei Kindern mit Epilepsie schwerwiegender sein als bei Kindern ohne Epilepsie, weshalb es umso wichtiger ist, einer Infektion vorzubeugen. Mögliche Komplikationen wie impfbedingtes Fieber können beispielsweise bei Kindern, die bereits Fieberkrämpfe hatten, durch vorbeugend eingenommene fiebersenkende Mittel kontrolliert werden.

Nicht empfohlene Impfungen und Einschränkungen bei Epilepsie

impfpass und spritze mit impfstoff auf kalender mit impftermin

Obwohl die meisten Menschen mit Epilepsie problemlos geimpft werden können, gibt es doch einige Einschränkungen, die zu beachten sind. So darf während einer Behandlung mit ACTH (adrenocorticotropes Hormon) oder Kortikosteroiden (entzündungshemmende Medikamente) auf keinen Fall mit Lebendimpfstoffen geimpft werden. Die beiden entzündungshemmenden Medikamente, die beispielsweise bei Kindern mit West-Syndrom eingesetzt werden, schwächen nämlich die Körperabwehr.

Darüber hinaus sollte in Zeiten, in denen sehr viele Anfälle auftreten, keine Impfung erfolgen. Diese kann zu einem späteren Zeitpunkt, wenn sich die Anfallssituation wieder gebessert hat, nachgeholt werden. Eine völlige Anfallsfreiheit ist nicht zwingend erforderlich. Bei einer Umstellung der medikamentösen Therapie sollte die Impfung ebenfalls sicherheitshalber vorerst zurückgestellt werden. Bei Schutzimpfungen, die häufig mit Fieber als Impfreaktion einhergehen, sollte vorsorglich ein fiebersenkendes Mittel verabreicht werden.

Impfungen gegen Cholera, Gelbfieber, Frühsommer-Meningoenzephalitis (aktiv) und Tollwut sollten Menschen mit Epilepsie nur dann verabreicht werden, wenn sie dringend erforderlich sind. Bei Kindern mit Epilepsie wird meist von Spritzimpfungen gegen Typhus, Gelbfieber und Cholera abgeraten. Gegen Typhus steht als Alternative eine Schluckimpfung zur Verfügung, welche grundsätzlich als unbedenklich gilt. Auch für Erwachsene mit Epilepsie sind die Empfehlungen dieser Spritzimpfungen zurückhaltend. Allerdings sind diese Impfungen nicht Bestandteil der Impfempfehlungen der STIKO, sondern werden meist als Vorbereitung einer Reise ins Ausland verabreicht.

Was ist über die Corona-Impfung bei Epilepsie bekannt?

krankenschweste mit mundschutz zieht eine spritze mit impfstoff auf

Generell sollten Menschen mit Epilepsie den gleichen Impfschutz erhalten wie Menschen ohne Epilepsie. Dies gilt nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Epilepsie (DGfE) auch für die Corona-Impfung. Zuvor in zeitlichem Zusammenhang mit Impfungen aufgetretene epileptische Anfälle sind danach keine Kontraindikation für diese Impfung, allerdings sollten in diesen Fällen Nutzen und Risiken zusammen mit dem behandelnden Arzt abgewogen werden. Einschränkungen gelten auch für Epilepsieformen, bei denen Infekte allgemein und insbesondere fieberhafte Infekte Anfälle verschlechtern können (z. B. Dravet-Syndrom). In diesen Fällen raten Experten zu einer Prophylaxe mit fiebersenkenden Mitteln in den drei Tagen nach der Impfung oder zu einem verstärkten antikonvulsiven Schutz.

Die zweite Ausnahme-Gruppe sind Patienten mit immunologisch bedingten Epilepsien, die im Rahmen ihrer Behandlung immunsupprimierende Medikamente wie Kortikosteroide oder Antikörper erhalten. In beiden Fällen sollten die Betroffenen eine Impfung gegen Corona mit ihrem Neurologen besprechen.

Da Menschen mit Epilepsie der STIKO zufolge kein erhöhtes Risiko haben, schwer an COVID-19 zu erkranken, besteht für sie auch keine generelle Priorisierung für die Impfung. Relevante Begleiterkrankungen oder schwere Grunderkrankungen (z. B. chronische Nierenerkrankung, Diabetes mellitus) können jedoch zu einer vorgezogenen Impfung führen. Auch hier ist das Gespräch mit Ihrem Neurologen sicher hilfreich, um die Dringlichkeit der Immunisierung zu klären.

Wenn Sie allerdings nicht bis zum nächsten Arzttermin warten möchten, um sich zum Thema Impfen bei Epilepsie näher zu informieren, finden Sie ausführliche Erläuterungen unter www.epilepsie-gut-behandeln.de/epilepsie/ursachen/impfung.

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