illustration das gehirns eines menschen mit epilepsie
illustration das gehirns eines menschen mit epilepsie

Neues aus der Epilepsie-Forschung

Wie kann ein Smartphone vor Anfällen warnen und wieso wollen Epileptologen mit ihren Kollegen chatten? Was hat ein Darmbakterium mit dem Gehirn zu tun? Antworten auf diese und weitere Fragen erhalten Sie in diesem Beitrag zum Thema: Neues aus der Forschung.

Ein Hirnimplantat als Frühwarnsystem

Bei vielen Epilepsie-Patienten kann eine medikamentöse Therapie die Symptome deutlich verbessern. Dennoch werden einige nicht gänzlich anfallsfrei. Diese könnten zukünftig durch ein Implantat vor einem Anfall gewarnt werden: An der Technischen Universität Dresden wird ein Hirnimplantat entwickelt, das die Hirnströme während eines Anfalls aufzeichnet. Dieses Implantat ermöglicht eine „mobile“ Diagnostik und soll dabei helfen, drohende Anfälle vorherzusagen. Der Patient könnte vor dem Anfall eine Warnung auf ein mobiles Gerät (z. B. ein Smartphone) erhalten und rechtzeitig einen sicheren Ort aufsuchen und gegebenenfalls in vorheriger Absprache mit dem behandelnden Arzt ein Medikament einnehmen.

Minisensor im Ohr

Ein weiteres mobiles Sensorsystem, das Anfälle frühzeitig detektieren kann, wird seit 2016 am Universitätsklinikum Bonn erforscht. Das Projekt (EPItect) wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für eine Laufzeit von 3 Jahren gefördert und Ende August 2019 abgeschlossen. Das System wird wie ein Hörgerät im Ohr befestigt und misst für epileptische Anfälle relevante Biosignalmuster, wie ein beschleunigter Puls und bestimmte Bewegungsmuster. Die Informationen werden über ein Smartphone an einen Zentralcomputer weitergeleitet. Dieser prüft die eingehenden Daten kontinuierlich auf Auffälligkeiten und warnt notfalls Patienten, Angehörige und behandelnde Ärzte. Bisher konnten mehr als 200 Erwachsene, Kinder und Jugendliche mit Epilepsie innerhalb des Projektes untersucht und dabei mehr als 500 Anfälle aufgezeichnet werden. Die Veröffentlichung der Ergebnisse wird in Kürze erwartet.

Der direkte Draht zum Epilepsiezentrum – Teleneurologie

tastatur mit button telemedizin

Telemedizin ist derzeit in aller Munde und insbesondere Epilepsie-Patienten könnten davon profitieren. Die spezialisierte, neurologische Expertise, die häufig für die Diagnose und Behandlung notwendig ist, kann teilweise nicht flächendeckend gewährleistet werden. Abhilfe kann möglicherweise die Telemedizin schaffen. Ein Pilotprojekt (TelEp) mit Unterstützung des bayerischen Staatsministeriums rund um das Universitätsklinikum Erlangen in Bayern zeigte, wie es gehen kann: Ärzte aus lokalen Krankenhäusern oder Praxisgemeinschaften konnten sich direkt mit den Kollegen aus dem spezialisierten Epilepsiezentrum austauschen, um beispielsweise die Diagnose und Therapie festzulegen. Dafür wurden in Echtzeit wichtige Informationen wie MRT-, EEG-Daten und auch Videodateien ausgetauscht. Das Projekt wurde mit Erfolg im Oktober 2018 abgeschlossen – die Anzahl der Anfälle konnte bei den teilnehmenden Patienten durch die telemedizinische Betreuung stärker reduziert werden als noch ohne Telemedizin. Nun prüfen die Krankenkassen, ob Telemedizin als Regelversorgung bei Epilepsie möglich ist.

Weniger Anfälle unter kohlenhydratarmer Diät?

Illustration einer Darmflora

Eine ketogene, also kohlenhydratarme und zugleich fettreiche Ernährung kann eine Option für einige Epilepsie-Patienten sein, wie Kinder, die schlecht auf eine medikamentöse Therapie ansprechen. Auch wenn mehrere Studien darauf hinweisen, dass diese Ernährungsweise epileptische Anfälle reduzieren kann, wird sie aufgrund der schwierigen Umsetzung und der Nebenwirkungen insbesondere bei Heranwachsenden bisher nur selten in der Therapie eingesetzt. Nun konnte im Tiermodell erstmals ein ursächlicher Zusammenhang zwischen den Mikroorganismen der Darmflora und der Verminderung von epileptischen Anfällen nachgewiesen werden. Die Forscher identifizierten zwei Bakterienarten, deren Populationswachstum bei Mäusen zu einem Rückgang von Anfällen führte. Unter einer ketogenen Diät erhöhten die Bakterien die Konzentration des hemmenden Botenstoffes GABA relativ zum aktivierenden Glutamat im Gehirn. Es wird angenommen, dass sich diese Ergebnisse grundsätzlich auch auf den Menschen übertragen lassen.

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