frau kämpft mit tagesmüdigkeit
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Schlafstörungen bei Epilepsie: Mehr als nur unausgeschlafen

Schlaf ist für die Gesundheit mindestens genauso wichtig wie Ernährung und Bewegung. In unserer modernen Gesellschaft ist es allerdings schwer, seiner inneren Uhr zu folgen und dem Körper die individuell benötigten Ruhephasen zukommen zu lassen. Zu eng sitzt das Korsett aus beruflichen und privaten Verpflichtungen und Terminen. Dazu kommen bei vielen Menschen, gerade in der aktuellen Zeit, wirtschaftliche oder private Sorgen und Zukunftsängste, die die Betroffenen auch oder vor allem nachts nicht zur Ruhe kommen lassen.

Zu wenig oder wenig erholsamer Schlaf beeinträchtigt alle Menschen in ihrem Wohlbefinden, bei Menschen mit Epilepsie hat ausreichend Schlaf jedoch noch eine ganz besondere Bedeutung: So gelten fehlender oder verkürzter Nachtschlaf, eine verminderte Schlaftiefe sowie Verschiebungen der üblichen Schlafenszeit um mehrere Stunden als anfallsbegünstigende Faktoren.

Körperliche und psychische Beschwerden als Ursache von Schlafstörungen

mann liegt nachts wach

Zu den physiologischen Ursachen für wenig erholsamen Schlaf zählen beispielsweise Atemstörungen im Schlaf, darunter die sogenannte obstruktive Schlafapnoe. Eine solche Ursache für Schlafstörungen sollte vor allem dann in Betracht gezogen werden, wenn das Körpergewicht erhöht ist – was teilweise auch durch einige anfallsunterdrückende Medikamente mitverursacht werden kann.

Ein weiterer, bei Menschen mit Epilepsie relativ häufiger Grund für schlechten Schlaf sind Depressionen. Als Ursache für diesen Zusammenhang vermuten Forscher, dass der bei Depressionen dauerhaft erhöhte Spiegel von Stresshormonen im Blut die Betroffenen nicht zur Ruhe kommen lässt, sie befinden sich in dauerhafter Alarmbereitschaft. Entsprechend zeigen Messungen der Hirnströme bei Depression eine übermäßige und stabile Wachheit, die dazu führt, dass die Betroffenen schlecht einschlafen können, nicht sehr tief schlafen und auch früh erwachen.

Doch auch ohne an einer Depression erkrankt zu sein, können die psychischen und sozialen Belastungen des (Epilepsie-)Alltages zu Sorgen und Ängsten führen, die das Ein- und Durchschlafen erschweren (Insomnie). Und nicht zuletzt können auch einige zur Behandlung der Epilepsie eingesetzte Medikamente den Schlaf beeinträchtigen.

Epileptischer Anfall im Schlaf

untersuchung im schlaflabor

Aber auch nächtliche, oft nicht bemerkte oder am Morgen nicht erinnerte epileptische Anfälle können den Schlaf stören. Hinweise auf Anfälle im Schlaf können morgendliche Bissverletzungen an der Zunge, unerklärte Verletzungen an den Gliedmaßen, Einnässen, Muskelkater oder Kopfschmerzen sein.

Besteht der Verdacht auf nächtliche Anfälle, ermöglichen Uhren und/oder Matratzen mit Bewegungssensoren die Aufzeichnung von Bewegungen im Schlaf. Bei Anfällen ohne motorische Beteiligung kann auch eine Videoüberwachung helfen. Am zuverlässigsten lassen sich nächtliche Anfallsereignisse jedoch mithilfe einer Langzeit-Video-EEG-Untersuchung über mehrere Nächte in einer spezialisierten Klinik diagnostizieren.

Dabei können auch nächtliche Bewegungsstörungen detektiert werden, die zwar nicht auf die Epilepsie zurückzuführen sind, den Erholungswert des Schlafes aber trotzdem nachhaltig beeinträchtigen. Dazu zählen zum Beispiel das Schlafwandeln, Zuckungen von Armen und Beinen (vor allem in der Einschlafphase) oder Albträume und Panikattacken.

Schlafstörungen ansprechen

patientengespräch beim arzt

Was auch immer die Ursache für schlechten Schlaf ist, die Auswirkungen sind ähnlich: ein beeinträchtigtes Wohlbefinden, ausgeprägte Tagesmüdigkeit, eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit und schlimmstenfalls eine erhöhte Anfallshäufigkeit. All dies belastet den Alltag der Betroffenen noch weiter. Die Behandlung möglicher Schlafstörungen ist deshalb wichtig und sollte unbedingt Teil des Epilepsiemanagements sein.

Sollte Ihr behandelnder Arzt/Ihre Ärztin die Thematik nicht ansprechen, scheuen Sie sich nicht, Ihre Schlafprobleme von sich aus zu schildern und um eine Prüfung der Medikamente hinsichtlich deren Wirkung auf den Schlaf zu bitten – einige Wirkstoffe fördern den Schlaf, andere können ihn stören. Dabei gilt: Je kürzer eine Schlafstörung besteht, desto einfacher gelingen therapeutische Maßnahmen. Eine Chronifizierung sollte vermieden werden.

Sind die Schlafstörungen stärker ausgeprägt und nicht körperlich oder medikamentös bedingt, kann eine spezielle, auf die Schlafproblematik fokussierte Psychotherapie helfen.

Tipps für einen erholsamen Schlaf

Doch auch unabhängig von ärztlichen Maßnahmen können schon kleine Änderungen des Tagesablaufes und der abendlichen (Einschlaf-)Routine helfen, besser ein- und durchzuschlafen. Dazu zählen der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin und der Schweizerischen Epilepsie-Liga zufolge unter anderem folgende Maßnahmen der Schlafhygiene:

  • Seien Sie regelmäßig körperlich aktiv, am besten vor 18 Uhr; verzichten Sie jedoch auf ungewohnt anstrengende Sporteinheiten.
  • Verzichten Sie auf ungewohnt üppige Abendmahlzeiten und Stimulantien (z.B. Koffein, Nikotin).
  • Verzichten Sie am Abend auf Alkohol; dieser kann zwar beim Einschlafen helfen, beeinträchtigt aber das Durchschlafen.
  • Regelmäßige Zubettgeh- und Aufstehzeiten (+/- 1 Stunde)
  • Ausreichende Schlafdauer (7–10 Stunden); die individuell benötigte Schlafdauer kann man ermitteln, indem man etwa eine Woche lang regelmäßig ausschläft.
  • Alltagsaktivitäten und Sorgen vor dem Zubettgehen bewusst loslassen; dabei können Entspannungsübungen oder Meditation helfen.
  • Schaffen Sie eine angenehme, ruhige und kühle Schlafumgebung.
  • Verzichten Sie im Bett auf Aktivitäten am Bildschirm (z. B. Mobiltelefon oder Laptop).
  • Verzichten Sie bei Tagesmüdigkeit auf einen ausgiebigen Mittagsschlaf; besser ist ein Power-Nap für maximal 15 Minuten und nicht später als am frühen Nachmittag.
  • Passen Sie die Liegezeiten im Bett an Ihre Schlafzeiten an: Bleiben Sie nicht wach im Bett liegen, wenn Sie nicht schlafen können. Bei Schlafstörungen sollte das Bett nur zum Schlafen benutzt werden.

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