Einmalige Anfälle

Einmalige Anfälle – akut symptomatische Anfälle (ASA)

Diese Gruppierung von Anfällen ist streng genommen nicht als Epilepsie einzuordnen. Akut symptomatische Anfälle sind situationsbezogen und treten häufig nur bei einer akuten Erkrankung auf. Früher wurden diese als „Gelegenheitsanfälle“ bezeichnet. Dieser Begriff gilt heute jedoch als veraltet und wird nicht mehr verwendet. Die Internationale Liga gegen Epilepsie (ILAE) hat dafür den Begriff der akut symptomatischen Anfälle (ASA) geprägt. Diese Anfälle treten während einer akuten allgemeinen Krankheitssituation (z. B. bei einer Unterzuckerung) oder im engen zeitlichen Zusammenhang (in der Regel innerhalb einer Woche) mit einer akuten und dokumentierten Hirnschädigung auf.

Ob und wie lange nach einem diagnostizierten akut symptomatischen Anfall eine antiepileptische Therapie durchgeführt wird, ist von der individuellen Risikosituation des Patienten abhängig. Von Bedeutung ist z. B., ob die zum Anfall führende Grunderkrankung bereits ausgeheilt ist oder weiter fortbesteht. In bestimmten klinischen Situationen sind Kurzzeittherapien möglich, sie müssen aber immer einer sorgfältigen Nutzen-/Risiko-Abwägung unterzogen werden.

Ein weiteres Beispiel sind akut symptomatische Anfälle nach einem Schlaganfall. Lesen Sie mehr dazu im Kapitel Epilepsie im höheren Alter.