Elektroenze­phalographie

Bei der Elektroenzephalographie (EEG) wird die elektrische Aktivität des Gehirns, die sogenannten Hirnströme, mit Hilfe von Elektroden aufgezeichnet. Dieses Verfahren dient dem Nachweis von Funktionsstörungen des Gehirns und ist daher Bestandteil der Routinediagnostik bei Epilepsie.

Während die Hirnströme eines gesunden Menschen im EEG ein regelmäßiges Muster aufweisen, ist bei Patienten mit Epilepsie das EEG häufig in charakteristischer Weise verändert — manchmal auch nur während eines epileptischen Anfalls. Diese Veränderungen werden epilepsietypische Potentiale (etP/ETP) genannt. Es kann aber auch bei einem unauffälligen EEG eine Epilepsie vorliegen. Bei einem konkreten Verdacht kann der Arzt verschiedene Provokationsmethoden anwenden, die die Genauigkeit des EEGs erhöhen und das Auftreten epilepsietypischer Muster fördern sollen. Zu diesen Methoden zählen:

  • die Fotostimulation mittels Lichtreiz,
  • ein Hyperventilationsreiz durch schnelles Atmen oder
  • Schlafentzug.

Neben dem Standard-EEG sind bei speziellen Fragestellungen auch Schlaf-, Nachtschlaf- oder Video-EEGs sowie Ableitungen mit speziellen Elektroden möglich. Die Auswertung der Hirnstromkurven erlaubt Rückschlüsse auf die bestehende Epilepsie-Erkrankung.

Funktionsweise der EEG-Untersuchung

Bei einem Standard-EEG werden kleine Elektroden, meist in Form von Hauben, Bändern oder Klebeelektroden, auf der Kopfhaut positioniert (nicht-invasiv). Mit Hilfe dieser Elektroden werden elektrische Ströme und Spannungen (Hirnstromwellen) gemessen, die durch Aktivität der Nervenzellen im Gehirn entstehen. Durch die Positionierung der Elektroden auf der Kopfhaut kann hauptsächlich die Aktivität auf der Großhirnrinde, also dem äußeren Bereich des Gehirns, gemessen werden. Das erhaltene Signal wird verstärkt und grafisch aufgezeichnet. Die Untersuchung dauert etwa 30 Minuten und ist völlig schmerzfrei.

Ist die EEG-Untersuchung gefährlich?

Die Untersuchung ist völlig ungefährlich. Durch etwaige Provokationsmethoden wie Lichtreiz und Fotostimulation können jedoch unter Umständen in einigen Fällen epileptische Anfälle ausgelöst werden.