MRT und fMRT

Die Magnetresonanztomographie (MRT), die häufig auch als Kernspintomographie (KST) oder Nukleare Magnetische Resonanztomographie (NMR) bezeichnet wird, bildet den Aufbau und die Struktur des Gehirns mit einer sehr hohen Genauigkeit und Detailauflösung ab. Auch Gefäßfehlbildungen und kleinere Veränderungen lassen sich zuverlässig darstellen. Aus diesem Grund ist die MRT in der Epilepsie-Diagnostik das wichtigste bildgebende Verfahren und soll grundsätzlich bei Diagnosestellung einer Epilepsie durchgeführt werden. Vor Epilepsie-Operationen ist ein MRT essentiell.

Funktionsweise der MRT-Untersuchung


Im Rahmen der MRT-Untersuchung wird dem Patienten ein starkes, aber ungefährliches Magnetfeld von außen angelegt. Während der Untersuchung kommt es zu keiner Strahlenbelastung.

Der menschliche Körper besteht aus Atomen (vor allem aus Wasserstoffatomen), die normalerweise magnetisch ungeordnet vorliegen. Im starken Magnetfeld des Kernspintomographen richten sich die Atomkerne in die gleiche Richtung aus – die Längsrichtung des Körpers. Während der Messung gibt das MRT-Gerät Radiowellen mit hoher Frequenz ab, wodurch die Atome leicht von ihrer Ausrichtung abgelenkt werden. Wasserstoffatome verhalten sich dabei in Abhängigkeit des Gewebes, in dem sie vorliegen, unterschiedlich.

Werden die Radiowellen ausgeschaltet, kehren die Wasserstoffkerne wieder in die vom Magnetfeld des Kernspintomographen vorgegebene Längsrichtung zurück und senden dabei messbare Signale aus. Die schrittweise ausgesendeten Signale werden vom Computer bereits während der Messung zu Bildern zusammengesetzt. Die Darstellungs- oder Schnittebene kann dabei frei gewählt und auch dreidimensionale Darstellungen können berechnet werden.

Ist die MRT-Untersuchung gefährlich?

Die MRT ist eine ungefährliche und unschädliche Untersuchungsmethode. Unwohlsein kann gelegentlich durch die enge Untersuchungsröhre eines Kernspintomographen hervorgerufen werden. Die relativ lauten und klopfenden Geräusche während der Untersuchung sind durch das An- und Abschalten der Magnete bedingt und normal. Aufgrund der magnetischen Kräfte während der Untersuchung sollten alle metallischen oder Metall enthaltenen Gegenstände, wie Schmuck, Schlüssel, Piercings, Zahnspangen, etc. abgelegt werden. Bei Patienten mit Herz- oder Hirnschrittmachern kann diese Untersuchung nur mit speziellen Techniken und/ oder Vorsichtsmaßnahmen durchgeführt werden.

Funktionelle Magnetresonanztomographie

Die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) wird verwendet, um Gehirnfunktionen wie Sprachverarbeitung darzustellen. Mit dieser Untersuchungsmethode kann genau überprüft werden, welche Hirnregionen für bestimmte Aufgaben verantwortlich sind. Die fMRT wird bevorzugt vor einem epilepsiechirurgischen Eingriff durchgeführt, um ein mögliches Defizit nach der Operation individuell besser vorhersagen und vermeiden zu können.

Funktionsweise der fMRT-Untersuchung

Bei der fMRT-Untersuchung wird die Aktivität des Gehirns während der Durchführung verschiedener Aufgaben aufgezeichnet. Die Aufgaben, die der Patient während der Messung immer wieder ausführt, sind unterschiedlich je nach definierter Hirnregion. Beispiele dieser Aufgaben sind: eine bestimmte Handbewegung ausführen, einfache Rechenaufgaben lösen oder einzelne Wörter laut vorlesen. Die Hirnabschnitte, die für diese Aufgaben verantwortlich sind, benötigen mehr Sauerstoff und Blut und können durch Messung der Durchblutung im fMRT sichtbar gemacht werden.

Ist die fMRT-Untersuchung gefährlich?

Die Vorsichtsmaßnahmen bei einer fMRT-Untersuchung entsprechen denen bei einer MRT-Untersuchung.

Beide Verfahren kommen ohne potenziell schädliche Strahlung, wie Röntgenstrahlung, aus.