Wada-Test (Intrakarotidaler Amobarbital-Test)

Der Wada-Test (IAT) dient der indirekten Untersuchung von Sprach- und Gedächtnisfunktionen und gibt Aufschluss darüber, welche Großhirnhälfte (Hemisphäre) des jeweiligen Patienten für diese Funktionen von Bedeutung ist. Bei dem von Dr. Wada 1948 eingeführten Test wird eine Hirnhälfte durch ein kurzwirksames Betäubungsmittel deaktiviert und beispielsweise die Sprachfunktion der anderen Hirnhälfte mittels Präsentation bestimmter Gegenstände und anderer neuropsychologischer Tests untersucht.

So kann der Wada-Test vor einem epilepsie-chirurgischen Eingriff Hinweise auf mögliche kurz- oder langfristige Auswirkungen eines Eingriffes auf Sprach- oder Gedächtnisleistungen geben.

Funktionsweise des Wada-Tests

Beim Wada-Test wird ein kurzwirksames Betäubungsmittel über die rechte oder linke Halsschlagader injiziert. So kann eine Hirnhälfte für wenige Minuten stillgelegt und die Funktion der jeweils anderen Hemisphäre geprüft werden. Zur Vorhersage motorischer Funktionen oder Gedächtnisleistungen nach einer Operation (postoperativ) können auch weitere selektive Wada-Test-Untersuchungen eingesetzt werden, bei denen bestimmte Hirnregionen kurzzeitig stillgelegt werden.

Ist der Wada-Test gefährlich?

Der Wada-Test ist ein invasives Verfahren, bei dem durch Injektion des Betäubungsmittels die rechte oder linke Gehirnhälfte kurzzeitig betäubt wird.

In den letzten Jahren kam der Wada-Test kontinuierlich seltener zum Einsatz und ist nur noch in speziellen Fällen indiziert. Die nicht-invasive funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) zusammen mit neuropsychologischen Testungen hat diese invasive Untersuchung weitgehend ersetzt.