Symptome und erste Anzeichen bei Kindern

Über die Hälfte aller Epilepsien beginnen im Kindesalter noch vor dem zehnten Lebensjahr. Eine unerkannte oder unzureichend behandelte Epilepsie kann weitreichende Folgen für das sich noch in der Entwicklung befindende kindliche Gehirn haben. Nicht selten leiden Kinder an Begleiterkrankungen, wie Aufmerksamkeits- oder Verhaltensstörungen. Das rechtzeitige Erkennen von Anzeichen einer Epilepsie und etwaigen Begleiterkrankungen, sowie deren ausführliche Diagnose, ist für eine erfolgreiche Behandlung essenziell. Ein möglichst kindgerechter Alltag und eine unbeeinträchtigte Entwicklung des Kindes sollten trotz chronischer Erkrankung neben der Anfallskontrolle die obersten Ziele sein.

Der erste epileptische Anfall

Der epileptische Anfall kann das erste und möglicherweise über längere Zeit auch das einzige Zeichen einer Fehlfunktion des Gehirns sein. Deshalb sollte er immer Anlass zu einer möglichst umgehenden Untersuchung beim Kinderarzt oder Neurologen geben. Vom Ergebnis dieser Untersuchungen hängen alle weiteren medizinischen Entscheidungen ab.

Nicht jeder epileptische Anfall ist mit dramatischen Krämpfen verbunden

Der Verlauf eines epileptischen Anfalls kann sehr unterschiedlich sein. Epileptische Anfälle, die eher unauffällig sind und daher möglicherweise übersehen werden könnten, sind Absencen. Absence-Epilepsien sind eine der häufigsten Epilepsieformen im Kindesalter. Sie kommen auch bei Jugendlichen und Erwachsenen vor, werden aber mit zunehmendem Alter immer seltener. Weil Absencen so kurz sind und die Betroffenen selbst nichts merken, bleiben sie oft lange unerkannt, werden als Unaufmerksamkeit („verträumte“ Kinder, „Hans-guck-in-die-Luft“) oder – besonders in der Schule – auch als Unfähigkeit oder fehlender Wille missverstanden.

Auch myoklonische Anfälle können bei Kindern übersehen werden. Bei diesen Anfällen kommt es plötzlich zu Zuckungen durch die Gliedmaßen, als ob jemand erschreckt worden oder schlichtweg ungeschickt wäre. Die Dauer dieser Anfälle kann dabei den Bruchteil einer Sekunde betragen.

Bei Verdacht auf eine Epilepsie sollte der Anfall genau dokumentiert werden. Als Hilfe für eine genaue Anfallsbeschreibung wurde von der Deutschen Gesellschaft für Epilepsie (DGfE) ein Fragebogen entwickelt. Der ausgefüllte Bogen soll zum Arzt mitgenommen werden, um diesem für die Diagnose und Behandlung wesentliche Informationen zu übermitteln.