Häufigkeit der Epilepsie

Epilepsie ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen und betrifft ca. 400.000 bis 800.000 Menschen in Deutschland. Schätzungsweise fünf Prozent der Bevölkerung haben einmal im Leben einen epileptischen Anfall, ohne jedoch zwangsläufig eine Epilepsie zu entwickeln. Der Anfall stellt in diesem Zusammenhang häufig ein akutes Symptom einer anderen zugrunde liegenden Erkrankung dar.

eine reihe alter und junger strichmännchen

Epilepsie kann in jedem Lebensalter beginnen. Es gibt allerdings zwei Altersabschnitte, in denen dies besonders häufig der Fall ist: zum einen in den beiden ersten Lebensjahrzehnten und zum anderen nach dem 60. Lebensjahr. Auch aufgrund der demographischen Entwicklung ist ein erstmaliges Auftreten im höheren Lebensalter mittlerweile häufiger als in der Kindheit und Jugend. Parallel dazu verringert sich die Häufigkeit einer Epilepsie in der frühen Kindheit. Ein möglicher Grund dafür ist die verbesserte medizinische Versorgung in der Schwangerschaft und bei der Geburt in den letzten Jahrzehnten. Auch Impfungen zur Vorbeugung von kindlichen Entzündungen des Gehirns und der Hirnhäute tragen zu dieser Entwicklung bei.

Etwa vier bis zehn Prozent aller Kinder und Jugendlichen erleiden irgendwann einen epileptischen Anfall, wie einen Fieberkrampf, einen akut symptomatischen Anfall oder einen unprovozierten epileptischen Anfall. Nur ein Prozent der 20-Jährigen erhält wiederum die Diagnose einer Epilepsie.

Prävalenz und Inzidenz

In der Fachliteratur zur Häufigkeit von Epilepsien werden Ihnen öfters die zwei Begriffe Prävalenz und Inzidenz begegnen.

Die Prävalenz umfasst die Zahl aller zu einem bestimmten Zeitpunkt von einer bestimmten Erkrankung, hier der Epilepsie, betroffenen Menschen. Sie wird aus der Anzahl der jährlichen Neuerkrankungen sowie der bereits bestehenden Erkrankungsfälle errechnet.

Die Inzidenz beschreibt die Anzahl der Menschen, die innerhalb eines bestimmten Zeitraumes, üblicherweise eines Jahres, an einer Erkrankung, hier Epilepsie, neu erkranken (z. B. 100.000 Menschen im Jahr x oder 0,12 Prozent der Gesamtbevölkerung).

Weiterhin wird der Begriff der kumulativen Inzidenz verwendet. Sie beschreibt die Neuerkrankungen, die nicht innerhalb eines Jahres, sondern beispielsweise in einem Fünf-Jahreszeitraum auftreten. Auf diese Weise können genaue Aussagen über das Auftreten von Epilepsien in einzelnen Lebensabschnitten getroffen werden. In den Kapiteln Epilepsie im Kindesalter, Epilepsie im höheren Alter und Ursachen von Epilepsieformen finden Sie weitere Informationen zu der Erkrankung.