Epilepsie und Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung hilft dabei, das körperliche Wohlbefinden zu sichern. Viele Menschen, ob mit oder ohne Epilepsie, nehmen nicht ausreichend Vitamine durch Obst und Gemüse auf und trinken zu wenig Wasser. Dem Körper Flüssigkeit, Vitamine und Mineralstoffe wie Eisen zuzuführen, ist wichtig für die Gesundheit. Das bedeutet nicht, dass auf kleine Sünden verzichtet werden muss.

Ketogene Diät bei Epilepsie

eier, speck und avocado auf einem teller angerichtet

Bereits seit der Antike wird versucht, Epilepsie-Patienten mit einer speziellen Diät zu behandeln. Heutzutage ist das Haupteinsatzgebiet der ketogenen Diät die pharmakoresistente Epilepsie im Kindes- und Jugendalter. Kinder, die nicht auf zwei oder mehr fachgerecht eingesetzte Antiepileptika ansprechen, können kurz- und mittelfristig von einer solchen Diät profitieren. Untersuchungen haben gezeigt, dass die ketogene Diät bei etwa einem Drittel der Kinder zu einer deutlichen Verbesserung und gelegentlich zu einer Anfallsfreiheit führen kann.

Für Angehörige von Kindern mit Epilepsie ist es ratsam, sich umfassend über die ketogene Diät zu informieren und auf Erfahrungsberichte zurückzugreifen. Hierfür sind die Familienhilfe Epilepsie oder der Epilepsie Bundes-Elternverband (E.B.E.) die geeigneten Ansprechpartner. Bei der ketogenen Diät handelt es sich um eine kohlenhydratarme, jedoch fettreiche Ernährung. Ähnlich wie beim Fasten stellt sich der Stoffwechsel bei dieser Ernährungsform so um, dass der Körper seine Energie vor allem aus Ketonkörpern bezieht. Diese entstehen bei der Verbrennung von Fett in den Körperzellen. Warum diese Ernährungsform antiepileptisch wirkt, ist bisher noch ungeklärt. Die Diät wird individuell berechnet und kann nur unter sorgfältiger medizinischer Aufsicht durchgeführt werden. Sie ist außerdem schwer durchzuhalten.

Auch bei der ketogenen Diät muss mit Nebenwirkungen gerechnet werden. Etwa 50% der Patienten leiden an Verstopfung, der meist durch die Zufuhr von Ballaststoffen entgegengewirkt werden kann. Die Hauptsorge vieler Ärzte ist, dass die ketogene Diät sich ungünstig auf die Blutgefäße auswirken kann. Dies wurde jedoch durch verschiedene Untersuchungen bisher nicht bestätigt.

In einer aktuellen Studie haben Forscher der Harvard Medical School herausgefunden, dass es ein modifiziertes Eiweiß gibt, welches eine ähnliche Auswirkung auf den Stoffwechsel haben kann wie die ketogene Diät. Zukünftig könnte dieses Protein für die Entwicklung neuer Medikamente in der Epilepsie-Therapie genutzt werden.

Durchfall und Erbrechen bei Epilepsie

Bei Durchfall oder Erbrechen werden Antiepileptika vom Körper eventuell nicht richtig aufgenommen, wodurch die Anfallsbereitschaft steigen kann. Bei Erbrechen innerhalb der ersten halben Stunde nach Medikamenteneinnahme sollte die gesamte Dosis des Antiepileptikums erneut eingenommen werden. Zudem sollten Sie versuchen, den Flüssigkeitsverlust so gut wie möglich auszugleichen, da sich die Medikamente sonst nicht ausreichend im Blutkreislauf verteilen können. Auf die Einnahme von Kohletabletten sollte verzichtet werden, da diese Auswirkung auf die Aufnahme der Medikamente haben. Besonders bei länger anhaltenden Beschwerden ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen, um einen ausreichenden Wirkspiegel der Medikamente im Blut sicher zu stellen.