Epilepsie und Kinder

Eine Epilepsie kann schon von Geburt an bestehen oder sich erst im Laufe des Lebens entwickeln. Der erste Anfall ist für die betroffenen Kinder und Angehörigen in der Regel ein großer Schock. Er kommt in den meisten Fällen unerwartet und kann bedrohlich wirken. Insbesondere für Eltern geht er häufig mit Sorgen, Ängsten und dem Verlust der Unbefangenheit gegenüber ihrem Kind einher. Infolgedessen schwirren den Eltern viele Fragen im Kopf herum: Was bedeutet der Anfall? Wie geht es weiter? Wird unser Kind immer Anfälle haben? Wird es behindert sein? Wird es starke Medikamente nehmen müssen? Wird es ein normales Leben führen können? Diese Fragen können Eltern überfordern, weshalb es wichtig ist, nach dem ersten Anfall mit einem Neuropädiater oder Neurologen offen und ehrlich über die Sorgen zu sprechen und sich umfassend zu informieren.

Etwa 2,5 – 5 % aller Kinder erleiden in den ersten fünf Lebensjahren mindestens einen Fieberkrampf, was einem epileptischen Gelegenheitsanfall gleichkommt. Es ist für betroffene Familien oft tröstlich zu wissen, dass sie mit der Situation nicht allein sind.
Nur 3 – 4 % der Kinder, die Fieberkrämpfe haben, entwickeln später eine Epilepsie. Bis zum 10. Lebensjahr entstehen etwa die Hälfte aller Epilepsien, bis zum 20. Lebensjahr sind zwei Drittel der Epilepsien aufgetreten.

Eine kurze Beschreibung der ersten Anzeichen, der häufigsten und bedeutenden Epilepsieformen und Syndrome, die bei Kindern auftreten können, ist in gesonderten Kapiteln zu finden:

Wie in jedem Lebensalter gilt auch bei Kindern, dass Epilepsie nicht gleich Epilepsie ist. Vielmehr hängt es jeweils von der vorliegenden Form ab, inwieweit sich die Erkrankung auf den Alltag von Kind und Familie auswirkt. In folgenden Kapiteln gibt es hilfreiche Informationen über den Alltag von Kindern mit Epilepsie: