Kindgerecht über Epilepsie sprechen

Einzelne epileptische Anfälle und insbesondere die Diagnose Epilepsie stellen Eltern und Angehörige vor viele Fragen, die den Alltag und die Zukunft des Kindes betreffen. Ängste und Sorgen sind in dieser Situation nachvollziehbar. Neben den Gedanken um die Gesundheit ihres Kindes fürchten sich viele Eltern vor der Reaktion der Mitmenschen. Doch Offenheit im Umgang mit Epilepsie und die Akzeptanz der Krankheit sind für Kinder wie Erwachsene gleichermaßen wichtig. So können die Belastungen für das betroffene Kind möglichst gering gehalten werden.

Akzeptanz und Offenheit — gerade bei Epilepsie im Kindesalter

Es ist wichtig, die Krankheit weder zu verleugnen noch abzulehnen. Je eher die Eltern die Epilepsie ihres Kindes akzeptieren, umso besser können betroffene Kinder ungehemmt und unbefangen aufwachsen. Ein offener Umgang mit der Erkrankung hilft, dass Betroffene und das Umfeld im Falle eines Anfalls aufgeklärt sind. Personen im Umfeld des Kindes sollten über die Erkrankung, etwaige Einschränkungen, die richtige Medikation und Erste-Hilfe-Maßnahmen informiert werden, um im Notfall die nötige Ruhe zu bewahren und richtig zu reagieren.

Darüber hinaus ist es wichtig, mit dem Kind frühzeitig zu sprechen und es nicht vor der Wahrheit zu schützen. Bereits Kleinkinder können Anfälle wahrnehmen und spüren darüber hinaus das veränderte Verhalten ihrer Eltern und deren Sorgen. Unwissenheit über ihren Gesundheitszustand, die Medikamente und häufigere Arztbesuche schüren die Angst, dass mit ihnen etwas nicht stimmt und verunsichern Kinder in ihrer Entwicklung und ihrem Selbstbewusstsein.

Aufklärung und Alltag

frau mit epilepsie sitzt mit ihrem kind auf einer bank

Eine frühe Aufklärung kann für einen verantwortungsvollen Umgang des Kindes mit seiner Erkrankung und Verständnis für Sicherheitsvorkehrungen und Einschränkungen sorgen. Hierfür gibt es kindgerechte Videos, Zeitschriften und Kinderbücher, die dabei helfen können.
Dass es einige Zeit in Anspruch nehmen kann, bis sich Kinder mit Epilepsie, ihre Eltern, Geschwister, die erweiterte Familie und das Umfeld an die neue Situation gewöhnt und im Alltag mit der Epilepsie eingependelt haben, ist vollkommen verständlich. Sich diese Zeit zu nehmen und Geduld mit allen Beteiligten zu haben, vor allem mit sich selbst, ist wichtig. Bis zu 70 % aller Menschen mit Epilepsie können mit der richtigen Therapie vollständige Anfallsfreiheit erlangen und auch für die anderen Epilepsie-Patienten gilt: „Das meiste ist weiterhin möglich!“

Es ist ein schmaler Grat zwischen der Einhaltung wichtiger Vorsichtsmaßnahmen und einer Überbehütung, der richtigen Förderung und einer Überforderung des Kindes.