Epilepsie und Medien

Fernsehen und Computerspiele und Epilepsie

Fernsehen gehört für viele Menschen mit und ohne Epilepsie zum Alltag dazu, dient der Entspannung, Ablenkung oder ist mit fröhlichen Familienritualen verbunden. Besonders Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene erfreuen sich darüber hinaus an Videospielen auf dem Computer oder Spielekonsolen oder üben dies sogar als Hobby zusammen mit Freunden aus.

Ein kleiner Teil der Menschen mit Epilepsie lebt mit einer sogenannten „Fotosensibilität“, die dazu führt, dass visuelle Stimuli Anfälle auslösen können. Fotosensibilität bedeutet die Empfindlichkeit des Betroffenen im Hinblick auf flackerndes Licht. Als flackerndes Licht wird Licht bezeichnet, das in seiner Stärke rasch schwankt. Bei etwa 5 Prozent aller Menschen mit Epilepsie können diese Lichtreize zu epileptischen Ereignissen führen.

frau mit epilepsie schaut tv

Im Alltag findet sich flackerndes Licht in defekten Neonröhren, beim Durchfahren einer Allee, Lichtreflexionen auf Wasseroberflächen, Scheiben oder Spiegeln oder in besonders starker Form im Stroboskop-Licht in Diskotheken, Clubs oder auch auf Konzerten. Auch in Videospielen oder Fernsehsendungen wechselt die Lichtfrequenz häufig. Eine Fotosensibilität äußert sich in Schwindelgefühl, Augenflimmern und Kopfschmerzen. Sie liegt bei Frauen anderthalb- bis zweimal häufiger vor, wird unabhängig von der Epilepsie vererbt und erreicht ihren Gipfel im Alter zwischen acht und zwanzig Jahren.

Menschen mit einer bekannten Epilepsie sollten beim Neurologen eine EEG-Ableitung mit Foto-Stimulation durchführen lassen, durch die eine vorhandene Fotosensibilität diagnostiziert werden kann.

Für Epilepsie-Patienten mit einer vorliegenden Fotosensibilität ist die Anschaffung eines Fernsehgerätes mit mindestens 100 Hertz (100 Bildwiederholungen pro Sekunde) und einem Plasma- oder TFT-Bildschirm ratsam, bei denen der Flimmereffekt entfällt. Darüber hinaus ist eine zeitliche Begrenzung des Fernsehkonsums von einer Stunde mit regelmäßigen Ruhepausen für das Gehirn und die Augen wichtig. 

teenager mit epilepsie spielt am computer

Videospiele mit bekannter Anfallsprovokation sollten vermieden werden und Kinder und Jugendliche sollten möglichst unter Aufsicht eines Erwachsenen spielen, der im Falle eines Anfalls erste Hilfe leisten kann. Bei Computerspielen sollte der Durchmesser des Bildschirmes nicht mehr als 15 Zoll betragen und bei größeren Bildschirmen wie einem Fernsehgerät ein Betrachtungsabstand von der vierfachen Bildschirmdiagonalen, in der Regel zwei bis zweieinhalb Meter, eingehalten werden.